Friday, 6 June 2014

Wow, was für ein Ort, Monemvasia

Wir wissen, dass heute nicht viel Wind sein wird. Also haben wir es auch nicht eilig. Unser Ziel liegt nur 14sm nördlich ist also bequem in zweieinhalb Stunden erreichbar.
Leider nur unter Motor. Einmal probieren wir Segel zu setzen aber das wird nichts.



Wir liegen jetzt geschützt im Hafen von Monemvasia. Eine kleine Brücke verbindet eine Insel mit dem Festland. Sehr schön ist es hier. Hier warten wir, bis der Wind wieder bläst.

Die letzten zwei Tage hatten wir kein Internet, deshalb heute erst der Blog für die letzten Tage.
 
Den Text bisher habe ich gestern geschrieben. Dann ist noch viel passiert. Zuerst habe ich vier Fische gefangen. Tja Evi, dein Rekord ist eingestellt. Zwei essbare. Sie heißen Goldstrieme. Die anderen beiden wurden wieder freigelassen.
 
 Immer wieder bilde ich mir ein, dass da irgendwas den Kopf aus dem Wasser streckt. Bis ich mir sicher bin. Schildkröten. Careta-Careta. Mittlerweile wissen wir, dass es vier sind, die in der Bucht leben. Ich habe zwei gleichzeitig gesehen. Und dann gelang mir dieses Schnappschuss mit Jürgens Unterwasserkamera.
Immer noch habe ich Evis Satz im Ohr, dass die angriffslustig sind und so bin ich wieder ganz rasch im schützenden Schlauchboot. Trotzdem eines der schönsten Erlebnisse der Reise (Natürlich hinter dem Erlebnis, als in Zakynthos am Flughafen die Schiebetüren aufgingen).
Heute früh waren wir beide laufen. Auf der kleinen Insel mit dem kleinen Städtchen. Es gibt keine Straße die breiter als 2 Meter ist. Das ganze Dorf ist von einer Stadtmauer umgeben und ist unglaublich sehenswert und hübsch. Am Weg dorthin, ich habe ja immer meinen "Der tuat nix" Stock wegen der Hunde mit, hat mein Stock einen neuen Einsatzzweck bekommen. Spinnennetze überall. Über den Weg gespannt und sehr sehr große Spinnen mitten drin. In zwei bin ich mit dem Gesicht voll hineingelaufen.
Gestern beim Abendessen haben wir den Blick auf diese Kulisse genießen können.
Als ich vom Laufen zurückkam schwammen gerade zwei Caretas direkt vor unserem Steg.
Einer, der kleineren bin ich dann nachgetaucht.
Sonst sind wir ziemlich im Stress und wissen nicht, was wir zuerst tun sollen. Laufen gehen, Kafee trinken, Bauermarkt einkaufen, Supermarkt einkaufen, Schildkröten schaun, fischen, Fisch ausnehmen, Schlauchboot fahren, alte Stadt anschaun, dann noch mit den Nachbarn plaudern. Ich sag's euch.
Diese kleine Stadt, die wir nur besuchen, weil es keinen Wind gibt (Danke, kein Wind) ist wirklich einen Besuch wert. Auch die Tavernen sind günstig und gut. Der Bauernmarkt noch günstiger. Wir liegen umsonst am Kai und es gibt sogar Wasser. Man kann im Hafenbecken schwimmen, wenn man sich traut und nicht gerade das Boot mit den Russen ...
 

Thursday, 5 June 2014

Unentschlossen

Tagwache um 6 Uhr, wir haben viel vor. Kurz nach acht streckt Jürgen seinen Kopf aus der Koje. Was ist nun mit viel vor? Keine Lust? Macht nichts, wir haben ja Zeit.

Trotzdem wir wollen weiter. Der Wind verspricht nichts Gutes. Wenn wir hier bleiben haben wir eine Woche keinen Wind. Das wollen wir nicht.
Hier die Törnplanung: M: „Wohin foa ma?“ J: „I was ned, auf die Insel“ M: „Wöche?“ J: „Na die Erste in den Zirkaden – oder so“ M: „Ok“

Die Erste Stunde gibt es tollen Wind, wir segeln. Dann die Erste Flaute. Nach ein bisschen herumtümpeln geht es weiter. Die Ersten großen Schiffe zeigen sich. Wir kommen zu einer Enge zwischen dem Peloponnes und der Insel Kythera. Die gesamte Schifffahrt von Athen nach irgendwo muss hier durch. Und wir auch. In der Karte steht rechts halten. Das tun wir auch. Glücklicherweise sind wir hier nicht in der Nacht. Bis zu zehn Dampfer sehen wir zur selben Zeit. Einer hats auf uns abgesehen. Wir planen schon Plan B, wie nah können wir uns zur Insel verholen? Es geht sich dann doch aus. Die Ismail Sener zieht an uns vorbei. Eine Stunde später hören wir ihn nochmal am Funk. Er macht sich mit einem anderen Schiff aus, wie sie aneinander vorbei fahren. „I will pass you port to port, red to red“ für die Seemänner im Blog.
Noch später kommt eine PAN PAN Meldung über den Funk. Ein Notruf. Ein "Seeman over board" nördlich von Kreta. Kurz nach der Meldung kam das über Funk: "Greeek radio station, this is german war ship please repeat your PAN PAN". Aha, die deutschen patrolieren hier auch?
 
 
Und dann begann das große Zweifeln. Wir tümpeln mit 2 Knoten dahin. Bis zu unserem Ziel sind das immerhin 60 Stunden, das wollen wir nicht. 10 Stunden mit dem Motor fahren wollen wir auch nicht. Zur Insel zurück, die ein Plätzchen für uns hätte wollen wir auch nicht, da müssten wir nochmal durch die großen Schiffe. Um die Ecke am Peloponnes hat unser Imray Führer auch nichts für uns parat.

Was nun? Wir machen eine Premiere: Wir suchen uns selbst ein Platzerl das nirgends beschrieben ist. In unserer Navionics Karte finden wir eine Bucht mit 13 Meter Wassertiefe, die schauen wir uns an. Der Boden ist gut, Kies, der Anker hält, wir bleiben da. Eine sehr ruhige Bucht. Kein anderes Schiff, nur wir. Ein paar Häuser am Hang, eine Ziegenherde blökt. Ein alter Mann mit seinem Fischerboot holt seine Angel ein. Die Sonne geht rasch hinter dem steilen Berg unter. Ein Taucher plätschert am Rand der Klippen entlang. Wir nehmen an, dass er Tintenfische mit der Harpune jagt.
Das Essen: Zu Mittag gab es Hühnercurry mit Reis. Basil musste Haar lassen, aber der schaut momentan eh‘ nicht so gut aus. Ich hab ihm gut zugeredet, dass er wieder schöner wird. Jürgen hat ihn angepfaucht: „Wenn du ned schena wirst, dann fliagst über Board und wir kaufen uns an Basil zwa“

Am Abend gab es selbst gemachtes Tsatsiki. Griechisches 10% Joghurt, schön fest (gekauft beim Lidl in Kalamata. Als Jürgen heute das Etikett las traf uns der Umschlag: hergestellt im Schwarzwald, in Deutschland), Olivenöl, Oliven, Salz, Pfeffer, Gurke und viel Knoblauch. Dazu wurde Weissbrot gereicht. In der Früh hab‘ ich uns ein Omlett gemacht. Mit Eiern von Carefour. Als ich die Beschriftung las hat es mich auch umgehaut. 3er Eier, dass es sowas noch gibt. In Gloggnitz beim Hofer kauf ich immer die Bio 0er Eier, wenn’s schlimm kommt, beim Spar die 1er, Bodenhaltung. Aber 3er, Käfighaltung das geht gar nicht. Sie haben mir gleich gar nicht geschmeckt.
Noch ein Hinweis zu unserer Navigation: Wir haben zwei Tablets mit der Software Europe HD von Navionics. Da ist das ganze Mittelmeer in ausreichender Genauigkeit drauf. Für die Einfahrt in Häfen haben wir von Imray den „Greek Waters Pilot“ und für die Ionischen Inseln zusätzlich von meiner lieben Freundin Brigitte den „Revierführer Inonisches Meer“. Damit kommen wir gut aus. Auch für die Ionischen hatten wir noch eine Papierkarte von Imray. Wir wissen, dass es nicht gute Seemannschaft ist, dass wir nicht für alle Gewässer Papierkarten haben, aber da wir nicht wissen wo wir hinfahren hätten wir für zirka 2.000 Euro Karten auf Verdacht kaufen müssen. Elektronik kann ausfallen, dass wissen wir, drum gibt’s die Tablets zweimal und zusätzlich Jürgens Handy, das kann das auch. Das Bord GPS verwenden wir nur mehr zur Ankerwache, da ist seit Korfu keine Karte mehr drauf und zeigt nur blau.
Hier unser Ankerplatz am nächsten Morgen fotografiert.

 

Wednesday, 4 June 2014

Vü zvü Sond

Als wir aufwachen war das Schiff schon wieder ganz in rotbraun gehalten. Erneuter Waschvorgang. Schiffe wo derzeit niemand da ist können schon als Sandkiste benutzt werden.

Gestern waren wir noch in Versuchung dieses Gebäude mit einem leichten Schubs seiner zukünftigen Bestimmung schon jetzt zu übergeben. Wir haben uns aber dann doch nicht getraut.
Wir holen uns frisches Brot vom Bäcker, bezahlen unsere Liegekosten und zischen ab. Komischer Gasgeruch liegt in der Luft. Ich kontrolliere unseren Gashahn.

Draußen in der Bucht liegt ein großer Tanker auf Reede, der war schon vorher da. Ein Hubschrauber zieht seine Kreise. Ein zweiter Tanker kreuzt genau unseren Kurs. Er nimmt gerade Fahrt auf. Eigentlich haben wir ja Vorrang, aber wir sind ja nicht so und weichen aus. Als wir hinter seinem Heck vorbeifahren kommt der Hubschrauber wieder und fliegt ziemlich genau über uns drüber. Als ob er nachschaut was wir da machen.

Wie immer schauen wir uns den Tanker mit dem Feldstecher an. Was hat denn der für Fahnen gesetzt? Eine griechische Gastlandflagge, darunter das gelbe Q, aha er will also einklarieren und ein rotes B, gefährliche Fracht. Und dann riechen wir es auch schon, der Gasgeruch geht von dem Schiff aus. Vielleicht hätten wir doch nicht so knapp dahinter vorbeifahren sollen?
Danach waschen wir mit Seewasser noch einmal den Sand runter. Der ist überall wie in einer Jesolo Badehose. Der Wind schläft ein und wir Motoren ein Stück.

Dann wird es frisch und es fängt an zu regnen, ah endlich wird das Schiff sauber – doch nicht, wieder Sand. Nächste Waschung. Mittlerweile haben auch die Segel einen Rot Stich bekommen.
Der Wind frischt auf und wird so gut, dass wir uns für ein neues Ziel entscheiden. Einmal rum um den Mittelfinger des Peloponnes.

Bis zu 30 Knoten zeigt das Anemometer. Nachdem er achterlich ist merken wir die Böen fast nicht und zischen durch den Abend. Am Kap wechseln wir den Kurs und dann geht’s los. Neuer Kurs Am Wind. Mit vollen Segeln legt sich die Sueno ganz schön auf die Seite. Ein Stück versuchen wir so zu segeln. Zweimal zeigt die Loge über neun Knoten an. Dann müssen wir reffen. Hinter dem Kap wird der Wind noch dazu sehr böig.

Kurz vor 21 Uhr erreichen wir das Tagesziel, die Bucht von Kayio. Fünf Schiffe liegen bereits an den besten Plätzen. Wir legen uns gekonnt dazwischen und freuen uns, dass es einen schönen Segeltag gegeben hat. Zum Tagesausklang spielen wir Schnapsen. Zum Ersten Mal. Ich darf aber nicht sagen, wie es ausgegangen ist. Jürgen hat mehrmals Sätze wie „Mit de‘ Koatn“ oder „Mit’n vierzga kon jeda gwinnen“ gesagt.
Kein Internet

Tuesday, 3 June 2014

Doch nicht so arg

Wir sind gestern in die falsche Richtung gegangen. Wir waren zwar im Zentrum doch der Bär steppt am Strand. Gleich hinter dem Hafen beginnt ein zirka 4 km langer, grauer Kiesstrand. Nicht wirklich wunderhübsch aber doch recht nett. Es gibt dort auch Strandliegen, Cafés und Restaurants. Ein paar zumindest. Also nehme ich das "so schiach" von gestern ein bisschen zurück.
Jürgen hat sich zwei Ruckdämpfer geleistet. Evi und My wissen, was es bedeutet eine Nacht lang alle 20 Sekunden durch einen Ruck aufzuschrecken, wobei Evi macht das gar nix.

Shoppen waren wir heute auch wieder. Beim Carefour mit unserer Rodl. Da schauen uns immer alle an wie Aliens wenn wir zwei mit unserem Einkauf das Wagerl nachziehend durch die Gassen trotten. Diese Häuserreihe ist typisch für Kalamata.
Immer wieder findet man dazwischen sehr gepflegte kleine Häuschen. Zum Teil mit der frisch gewaschenen Wäsche der Dame des Hauses auf der Leine. Ganz schön viel Stoff gehen hier zum Teil für Unterhosen drauf. Brrr
Das Wetter: Der Himmel ist mit einem leichten Rot bedeckt. Die Sonne lugt hervor und schaut wie ein Vollmond aus. Der Wüstensand legt sich über die ganze Stadt. Es schaut aus, als ob es jeden Augenblick wieder diese rote Suppe auf das Schiff heruntergießt.
Hier in der Marina liegen so richtig grauslich kaputte Schiffe. Das hier dürfte mal ordentlich in Schuß gewesen sein. Es sind sehr gute Teile an Board. Der Anker, die Windsteueranlage und das Radar sind eigentlich vom Feinsten. Es scheint nur schon lange verlassen zu sein. Die Teppiche hängen da um die schwarzen Streifen der Autoreifen zu verhindern.

Auf diesem Schiff lebt ein Pärchen. Jedesmal wenn ich vorbeigehe wird irgendwo geschliffen oder gestrichen allein man sieht kein Ergebnis. Das sind Seemessies.

 
 
 
 

Monday, 2 June 2014

A so a schiache Stodt

Um acht Uhr früh lichten wir den Anker. Er klemmt ein bisschen zwischen ein paar Felsbrocken, wir bekommen ihn aber rasch frei.
Das Ziel, Kalamata ist schon in Sicht. Am oberen Ende der Bucht es Ersten Fingers am Peloponnes. Es sind eigentlich nur 15 Seemeilen, wenn da nicht der Wind genau auf die Nase bliese. Also werden es knapp 30 Meilen bis zum Ziel, dafür aber bei tollem Segelwind. Die Logge zeigt ein paar mal 8 Knoten, das glauben wir ihr aber nicht, sie will uns wahrscheinlich nur für die doppelte Fahrtstrecke versöhnen.
Unlängst haben wir auf einer italienischen Motoryacht ein riesen Basilikum gesehen. In einem Tontopf, ein richtiger Buschen. Wir haben es Basil nicht gesagt. Und als er, wie jeden Morgen nach draußen wollte, haben wir ihm vorgeschwindelt, dass heute zu starke Sonne ist und dass das nicht gut für ihn sei.

Kalamata hat eine richtige Marina. Strom, Wasser, Duschen alles was man braucht. Sogar ein Internet, das nicht funktioniert, gibt es hier, wir haben wieder unser eigenes benutzt.

Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang in die Stadt gemacht. Eine Stadt, deren Zentrum nicht in Hafennähe liegt. Eine hässliche Stadt. Kein Tourismus, am Nachmittag wie ausgestorben.

Am Abend wollten wir Essen gehen. Jetzt kennen wir schon den Weg und ersparen uns den nachmittägigen Umweg. Die Stadt ist zum Leben erwacht. Frohen Mutes suchen wir ein Restaurant, finden aber keines. Das gibt's doch nicht. Eine ziemlich große Stadt und kein einziges Restaurant. Nur Cafes, Bars und Fastfoodlokale. Die liefern auch alle aus. Burgers, Pita und Crêpes. So eines wird es dann auch, wir haben Hunger. Ein guter Beefburger mit Pommes und ein Bierchen dazu. Das Bier am Stadtrand kosten 2,30. Guter Preis

Danach schmeissen wir uns ins nightlife und suchen uns ein Internet. Dort kostet das Bier dann 5 Euro. Sehr stolz. Ich wusste nicht, dass in Österreich 2% der Bausumme von öffentlichen Gebäuden für Kunst genutzt werden muss. Hier scheint es ähnlich zu sein, anders können wir uns solche Werke nicht erklären. Was könnte das wohl sein und darstellen?
So schaun Palmen aus, wenn man sie nicht pflegt. Dafür gibt es an jeder Ecke Zitronenbäume.
Auch das können wir uns nicht erklären. Was denn jetzt?
Diese blauen Wimmerl auf den Polizeiautos habe ich schon lang nicht mehr gesehen. Hier gibt es sie noch, genauso wie einen BMW 1800 und einen Opel Ascona B.
 
Wir sind ja hier in Kalamata, weil zirka 100 Meilen südlich ein Tief mit sehr starkem Wind vorbeidüst. Dieses Tief brachte in der Nacht Regen und mit dem Regen ordentlich Sand aus der Sahara. Das Schiff war heute früh mit einem rotem Schleier überzogen. Das beschert uns einen Zusatztermin, Boot waschen.
Der freie Tag wird aber nicht etwa zum chillen verwendet, nein es wird gebastelt. Ein automatischer Bilgeschalter muss eingebaut werden.
 
 
 
 
 

Sunday, 1 June 2014

Fotoshooting


Heute waren wir beide laufen. Leider geht’s da überall ziemlich bergauf. Ich besuche beim Laufen auch gerne Friedhöfe. Hier gibt’s einen mit super Meeresblick. Noch nie gesehen habe ich, dass so eine Art Briefkästen hinter jedem Grab stehen. Was da drin ist habe ich nicht herausgefunden. Außerdem sind auf allen Gräbern Fotos der Verstorbenen. Alles hinter Glas in einem Marmorstein eingearbeitet.
Um 10 gings weiter. Wir haben die ruhige Bucht für ein Fotoshooting genutzt. Einer war im Dingi, der andere segelte vorbei und wurde fotografiert. Guter Wind und keine Welle.


Die erste Stunde danach mussten wir motoren. Dann frischte der Wind wieder auf. Keine Welle, zwischen den Inseln durch. Ein türkischer Turm ragt aus einer Festung. Die Türken hatten hier großen Einfluss. Sie haben aber auch öfters eins auf die Mütze bekommen. Zuletzt zirka 1825 von einer britisch, russisch und französischen Allianz genau in dieser Bucht, in der Bucht von Navarinou.

Ein wirklich schöner Segeltag bringt uns mit bis zu 8 Knoten (das musste gefeiert werden) nach Koroni. Da ankern wir und gehen mit dem Dingi an Land. Auch hier hat die Saison das Urlaubsörtchen noch nicht erfasst. Mehr als die Hälfte der Tische bleiben frei. In der Schule (heute ist Sonntag) wird Sirtaki gelernt. Wir schauen fasziniert zu.
Das Essen:
Zu Mittag gibt es Salat. Thunfischsalat mit fast frischem Brot.
Am Abend Essen wir bei Floisvos, dem mit dem schlechten Internet aber gutem Souvlaki. Wir suchen uns jetzt noch ein besseres Internet, damit ich den Blog posten kann.

 

Saturday, 31 May 2014

So richtig griechisch

Das ist vielleicht ein nettes Städtchen, dessen Namen ich mir nicht merken kann. Fast kein Tourist treibt sich herum. Nur Einheimisches Treiben. Heute, Samstag war Markt. Obst, Gemüse, Blumen, Gewand. Aber auch Hühner und lebende Ferkel werden verkauft. Mitten am Markt macht ein Souflaki Grill großes Geschäft. Kein Platz ist frei. Uns bleibt nur ein Souflaki to go. Wir setzen uns in ein Cafe und genießen den kühlen Wind in den Gassen. An Board war es schon richtig heiß - wie viel Grad hat es in Österreich noch mal?
Wir bewundern auch die Farben, das blau des Meeres, der Kirchen und des Himmels. Der genaue Schauer erkennt links hinter der Kirche die Sueno.



Das war der Blick von unserem Liegeplatz auf die Stadt.

Um eins gings weiter. Nach einer Wetterbesprechung, die für Dienstag starken Wind vorhersagt. Wir wollen ab Montag Mittag geschützt liegen. In Kalamata. Deshalb fahren wir heute bis Pilos, zirka 30 Meilen. Guter Wind mit ein bisschen einer lästigen Welle bringt uns gut voran.
Jürgen hat beim Lidl bereits panierte Schnitzel gekauft. Die soll es heute Abend geben. Natürlich nicht ohne Erpflsalod. Das Erpflkochen und schälen bei Seegang ist ein bisschen eine Herausforderung. Aber doch etwas besonderes.

Und das ist Pilos in einer recht gut geschützten Bucht. Schon wieder alles voll, aber weiter drin in der Marina finden wir einen super Liegeplatz wo sich die anderen anscheinend nicht hingetraut haben. Zum Teil liegen sie schon am Dreierpackerl. Alte bekannte sind auch dabei. Die Briten, die schon in Katakolon neben uns lagen, der Amerkikaner von Gestern, die deutschen aus Zakynthos. Ein ganzer Tross scheint sich Richtung Süden zu bewegen.


Ja und hier ist es, das Wiener Schnitzel. Nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie selbst paniert. Das können wir Ösis doch am besten.

Jetzt gehen wir noch nach Pilos down town und werden uns das Städtchen ansehen.
 
Liebe Gemeinde: Wir bemühen uns sehr euch zu unterhalten und ein bisschen Abwechslung im Alltag zu bieten. Man hört, dass manche schon unsere Menüs nachkochen. Dafür würden wir uns aber auch ein bisschen mehr Kommentarfreude erwarten. Wir schauen jetzt schon ein paar Tage lang rein ohne einen einzigen Kommentar. Also bitte: kommentiert, nicht alle zugleicht, schön hintereinander, jeder der das liest ein mal, dann sollten wir bis zum Ende der Reise ein paar zusammenbringen.


Friday, 30 May 2014

Wir ham nix gmacht II

Heute war Abschiedstag. Um 6 Uhr hat der Wecker gebimmelt. Einmal noch kuscheln, einmal noch drücken. Die Taschen sind gepackt. Ohne Frühstück geht es in leicht gedrückter Stimmung Richtung Taxistand. Glücklicherweise haben die Koffer Radln.
Am Flughafen wird rasch eingecheckt und dann noch ein Kaffee getrunken. Dann heißt es Abschied nehmen. Die Woche ist schnell vergangen, viel zu schnell. Wir hatten schönes Wetter und viel erlebt. Dann waren sie weg, die Mädls.
Es war erst halb acht und der Lidl, der quasi am Weg liegt sperrt erst um 8 auf. Also auf Schusters Rappen geht's die schöne Flughafenstrasse entlang. Vorbei an kläffenden Hunden, die die Firmen am Weg bewachen, an der emsigen Feuerwehr und so manchem Kunstwerk. Dieses hat uns besonders gefallen.
Beim Lidl haben wir dann fest eingekauft. Das Wagerl bis an den Rand gefüllt. Am Flughafen haben wir uns eine Taxinummer geben lassen. Das hat wunderbar geklappt. Der freundliche Taxifahrer hat uns noch den selbstgemachten Wein der Straßenstandlerin empfohlen. Zwei Euro für eineinhalb Liter in der Plastikflasche. Sehr sehenswert. Wir vertrauen ihm blind und machen ihn zum Taxler unseres Vertrauens. Am Nachmittag haben wir dann einen Schluck gekostet. Also wir trinken schon einiges, aber das war nicht zu machen. Kurz überlegten wir es dem Poseidon zu spenden, das verwarfen wir wieder, was tun wenn er den Schwindel bemerkt, dass wir ihm Fusel unterjubeln wollen.
Ein älterer Mann hatte offensichtlich Mühe seinen Einkauf einzuladen und hat sich so ein bisschen Erleichterung geschaffen. Er hat ihn immer dabei, den Sessel.
Dann ging's rasch. Einkauf bunkern, Boot ein bisschen putzen und los, gen Süden. Der Wind bläst aus der richtigen Richtung. Nur mit der Genua und dann mit dem Blister rauschen wir dahin. Das Tagesziel ist Kiparissia. Dann war er plötzlich weg der Wind. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und wir sehen Regenschwaden auf uns zukommen. Das wird doch nicht uns erwischen? Zu früh gefreut. Wir mussten wirklich das schwere Regengewand anziehen und über eine Stunde im Regen segeln. ABER WIR HAM NIX GMACHT, warum gibt's jetzt wo die Mädls weg sind Regen und davor die ganze Woche Sonnenschein? Dafür war der Wind dann wieder da.
Nach einiger Zeit klarte es auf, der Wind frischte auf und mit einer groben Welle von achtern ging es rasch ans Ziel.
Es wurde dann wieder wärmer (ich habe gehört, dass es in Wien heute 9 Grad hatte, Brrrr, ihr armen)
Das Essen: Heute ging es Evi's Dori an den Kragen. Also an den Kragen ging es ihr schon gestern. Heute musste sie noch geschuppt werden und dann wurde sie in der Pfanne gebraten. Zweimal kurz angebraten, Salat dazu, fertig. Sehr schmackhaft. Natürlich viel zu wenig für zwa Mannsbüda.
Aber trotzdem danke Hasi, für den guten Fisch, eine Dorade (Goldbrasse)
 
Abendessen Schinkenfleckerl, mit Nachschlag, wie es sein soll.
Das ist Kiparissia. Unser Segelführer meint, dass man in der Vorsaison am Steg längsseits gehen kann, weil da genug Platz ist. Ja, das dachten die anderen auch und haben alle Plätze belegt. Wir liegen vis a vis an der Mole, ganz alleine und fürchten uns aber nicht.
 
 
 
 
 
 

Thursday, 29 May 2014

Blue cave

Heute gingens wir wieder gemütlich an. Gefrühstückt an Board. Sehr frisches Brot aus dem Supermarkt. Ich war laufen, ganz schön bergig. Bis zum Leuchtturm. Dort sind die Höhlen, also nicht weit mit dem Boot, das wollen wir sehen.
Ab 10 Uhr brechen die Bootsvermieter auf und fahren ihre Passagiere zu den Höhlen. Wie wird das dort sein? So wie in Kroatien, wo die Einheimischen sich nicht um ihre Attraktion bringen lassen und fremde Dingis verscheuchen?
Evi fängt noch weiter Fische, ich verschone sie, mehr sag ich nicht.
Die blauen Höhlen sind wirklich nicht weit und wir machen uns mit dem Dingi auf sie zu erkunden. Zwei bleiben an Bord, die anderen beiden fahren in die Höhlen hinein und durch die Bögen durch. Sehr schönes blaues und grünes Wasser spiegelt sich im Sonnenlicht. Die Ausflugsboote sind zahlreich, lassen uns aber in Ruhe, keine Probleme. Sehr sehenswert und zu empfehlen. In manche Höhlen kann man hineinschwimmen. Das lassen wir aus, der Wind wird zu stark.



 
Danach bringt uns Raumer Wind nur mit dem Groß und einem griechischen Salat zurück nach Zakynthos.
Das Olivenöl haben wir nebst Eiern, Zitronen und Rosinen von einem alten Mann an der Mole gekauft. Er kam mit seinem dreirädrigen Tuck Tuck, das man mit der Hand anstartet. So wie einen Rasenmäher, nur muss man die Schnur selbst herumwickeln. Nach einem kräftigen Ruck fängt das alte Ding zu spucken und zu rucken an und bringt den alten Mann und seine Ware zum nächsten Boot. Dimitri bekommt auch Rosinen als Provision, weil er dem polnischen Boot neben uns den Wein vom alten Mann empfohlen hat.
Neben uns liegen Franzosen, die den Landstrom nutzen um im saubersten Hafen, den wir seit Beginn unserer Reise angelaufen haben, mit einer Ladung aus ihrer Waschmaschine zu verschmutzen. Sie verstecken sich dabei unter Deck nach dem Motto: Wenn mich keiner sieht, kann mich keiner schimpfen.
In Zakynthos haben wir noch ein Anlegemanöver bei fast 20 Knoten Wind gefahren. Eigentlich können wir das schon recht gut. Doch die Sorge des Italieners zu linken (der vor einer Woche auch schon da lang) und des deutschen auf der anderen Seite brachte ordentliches Wirrwarr in die Sache. Anweisungen von bis zu fünf Personen gleichzeitig führten zu über kreuz liegenden Leinen bis wir dann doch sicher vor Anker an der Mole lagen. Ein kleiner österreichischer Marillen Bailloni hat's wieder gut gemacht. Deutsch - österreichische Freundschaft. Dem Italiener haben wir nix gegeben, der war zu unfreundlich.

Tja, und was soll ich sagen, heute ist Abschiedstag. Morgen fliegen unsere Damen wieder heim. Wir führen sie heute noch einmal schick zum Essen aus.

Wednesday, 28 May 2014

Fishing Day

Von unserer Bucht - wir haben sie Wackelbucht getauft - sind wir nach einem guten Frühstück ausgelaufen. Richtung Norden. Schöner Segelwind, der sich dann auch noch zu unseren Gunsten drehte brachte und rasch nach Agios Nikolaos.
Das ist ein liebliches und überschaubares Dörfchen oder eigentlich eine Ansammlung von Häusern - oder eigentlich Tavernen.
Alle leben vom Tourismus. Die in der Nähe liegenden Blue Caves und das Ship wreck werden mit Booten besucht. Die Kunden für die Boote werden unter anderem hier geworben.
Schon beim einfahren in den Hafen winken zwei Griechen um die Wette. Einer will uns längsseits, ganz alleine an der großen Mole (im Hafenhandbuch steht Fähre), der andere zwischen drei Segelbooten. Wir funken den Hafenmeister an. Der rührt sich nicht aber einer der beiden fängt zu laufen an, er hat uns gehört. Es ist Dimitri. Seines Zeichens: Segelschiffplatzeinweiser, Ausflugsschiffbesitzer, Ausflugschifffahrer, Tavernenmitbesitzer, Tankstellenpächter, Supermarktbeteiligter, Taxivermittler und die anderen sieben Jobs haben wir uns nicht gemerkt. Aber sehr freundlich. Alles gratis. Anlegen, Strom, Wasser. Wir sind dann aber schon zu ihm Essen gegangen. Sehr gut war das. Die Damen hatten Dorade ich Squid und Jürgen Souvlaki.
Davor war Fishingtime. Mit der kleinen Angel haben wir im Hafen unser Glück versucht. Das Wasser ist glasklar und lädt zum schwimmen ein. Und da, da ist er, mein erster Fisch. Nicht allzu groß aber immerhin!
Hier der Beweis:

 
Ja und dann wollte Evi unbedingt auch fischen. Sie hat dann gleich drei kleine Fische und eine wirklich schöne Dorade gefangen. Die habe ich heute zum Speisen vorbereitet.
Naja, ich hab dann den ganzen Abend nicht mehr mit ihr gesprochen. (Stimmt nicht, nur ein Scherz)
 
 Im Schatten von schönen Feigenbäumen parken die Besucher von Höhle und Schiffswrack ihre gemieteten Autos. Griechen stehen hier nicht unter den Bäumen. Aber nicht weil die Bäume keinen guten Schatten spenden oder irgendwelche pickigen Früchte oder Blüten fallen lassen, nein hier sind es freche Ziegen, die das Auto als Leiter benutzen um an die Blätter zu kommen. Ich wollte das schnell fotografieren. Beim annähern verschwinden die Ziegen aber sofort, sie wissen, dass sich das nicht gehört. Wenn man genau schaut, sieht man die Ziege am Dach.

 
Eine Unterwasserkamera haben wir auch. Das ist aber keine Caretta Caretta