Monday, 26 May 2014

Ruhiger Segeltag


Am Abend wurde gekocht an Board der Sueno. Es gab Glasnudeln mit Hühnerfleisch und allerlei Gemüse. Sojasauce als ergänzende Würze. Sehr gut.

Wir blieben an Board und manchmal tröpfelte es und ein paar ziemlich starke Böen testen unseren Anker. Er hält. Dieser Bügelanker ist wirklich überzeugend. Bei fast jedem Ankeraufmannöver müssen wir einen ordentlichen Patzen Schlamm herunterkratzen. Das ist sehr beruhigend.

Heute hat mich Evi verlassen. Ich hab‘ mich gar nicht ausgekannt, als ich aufwachte. Wo ist sie? Über Bord gegangen? Von Schildkröten gefressen? Ganz friedlich schlummerte sie unter dem Sternenhimmel – so schien es. Sie war vor den Gelsen in der Kajüte aber vor allem vor meinem Schnarchen geflüchtet. Was natürlich nicht stimmt. Ich hab ihr noch eine Decke gebracht und bin wieder unter Deck verschwunden. Heute war sie dann den ganzen Tag müde.

Um acht Uhr lichten wir Anker und frühstücken bei langsamer Motorfahrt. Setzen dann die Genua und segeln ruhig dahin. Das Ziel haben wir geändert. Unser ursprüngliches war nur durch Kreuzen erreichbar und das wollten wir nicht.
 
 
Wir sind jetzt in Katakolon. Dem Ausgangspunkt für den Besuch der Stadt Olympia. Hier legen täglich zwei Kreuzfahrtschiffe an. Der Erste kommt um 11:30, der zweite um eins. Es stehen zirka 30 bis 40 große Busse auf dem riesigen Parkplatz. Die werden dann benötigt um die Besucher die 25 Kilometer zum Zeustempel zu karren. Ein so ein Riese ist gerade ausgelaufen als wir um die Ecke bogen und der zweite hat gewartet bis wir an der Mole festgemacht haben. Dann hat er sich mit einem lauten Tuuuuuuut verabschiedet. Jetzt ist es ruhig und friedlich nur die Vögel zwitschern. Ein paar Segelboote liegen mit uns hier am Kai. Morgen können wir beobachten was mit dem kleinen Städtchen passiert, wenn sich 6.000 Menschen darüber ergießen.
Wir haben uns ein Auto ausgeborgt und wollen morgen recht früh nach Olympia aufbrechen. Wenn wir schon da sind wollen wir das auch sehen.

Uns hat die Nachricht erreicht, dass Sandra und Helmut für den ganzen Freundeskreis überraschend geheiratet haben. Ihr Lieben, wir wünschen euch alles Gute und viel Harmonie in diesem neuen Abschnitt!
 
Und hier unser neues Lieblingsbier. "Fix". Ab jetzt kein Mythos mehr, das trinken nur die Touris, die Griechen trinken Fix. Wir trinken auch fix!
 

Sunday, 25 May 2014

Next time order less

Gestern Abend haben wir ganz schnell wieder einen Wirten unseres Vertrauens gefunden. Er hat uns nicht enttäuscht. Hier die Speisefolge:
Vorspeisen:
  • Auberginen mit Käse überbacken (die waren am besten)
  • Tsatsiki
  • Mixed salad
Hauptspeisen:
  • Stifado
  • Geschmortes Lamm
  • Garlic shrimps
  • Fried squid
Nachspeise keine mehr, wir waren satt und wollten kein Blatt. Als der Kellner abservieren wollte, lächelten wir ihn an und meinten "It was very good, but too much".
Seine kurze Antwort (mit einem Lächeln) :
"Next time, order less"
Ja, hatten wir so auch nicht gehört.
Nachdem wir noch zwei Ouzo und mit Honig gesüßten Raki bekamen, nehmen wir an, dass es ein Scherz war.




 
Heute haben wir uns entschlossen einen ganzen Tag Pause zu machen. Der Anker bleibt wo er ist und wir fahren mit dem Schlauchboot ans Land und machen einen ruhigen Tag.
In der früh bin ich ordentlich schwimmen gegangen. An Land haben die ganze Zeit Hunde gebellt und da wollte ich nicht laufen gehen. Also Schwimmbrille rauf und ab ins recht kühle Wasser, aber über 20 Grad. Und am Rückweg: Caretta Caretta, ich habe eine gesehen! Unter mir ist sie durch geschwommen. Ich hab' sie ein Stück begleitet bis sie sich umgedreht hat und mich angeschaut hat. Nachdem Evi gestern gesagt hat, dass sie aggressiv sind bin ich dann doch schnell davon geschwommen. Wer weiss wo die hin beisst. Leider habe ich kein Foto machen können.

 
Ja und hier sieht man die Ausbeute des Landausfluges von My und Jay: Eine Flasche Retsina. Eine "gefundene" Zitrone und ein Feigenblatt, das sie mir als Geschenk überreicht hat. Es ist sofort eine wilde Diskussion über die Größe dieses Blattes ausgebrochen, was dazu geführt hat, dass ich mich geweigert habe es zu tragen.
Heute wird an Board gekocht. Jetzt gerade pfeift der Wind mit 20 Knoten. Die Mädls wollen rausfahren. Wir nicht!

Saturday, 24 May 2014

Schildkrötensuppe

Isst man in dieser Gegend besser nicht. Wir sind in einer großen Bucht, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Manche Bereiche darf man mit dem Boot nicht befahren. In manchen nicht ankern und wir sind jetzt vor dem kleinen Ort Keri vor Anker. Abends wollen wir mit dem Dinghi in den Ort fahren und Essen gehen.
Zakynthos haben wir früh verlassen und leider mit dem Ruder eine Grundberührung bemerkt. Wir haben eine Stufe unter Wasser im trüben Hafensud übersehen. Das Ruder hat gescheuert und es ist etwas abgeplattelt. Hoffentlich nix schlimmes.
Am Meer gab's dann ein Frühstück mit Evi's Eierspeise. Die war gleich weg, kein Nachschlag. Am Weg zur Schildkrötenbucht haben wir Fischer beobachtet, wie sie ihre Netze im Kreis ausbringen und dann den Sack zu machen und sie wieder einholen.
Und da war sie dann plötzlich, die Schildkröte. Wie ein Rückenschwimmer in einiger Entfernung platschte sie herum. Sie hat richtig an der Oberfläche gespielt und sich herumgetrieben. Leider waren wir nicht nahe genug um zu fotografieren. In der Bucht selbst haben wir noch keine gesehen.
Heute ist es bewölkt deshalb sind die Farben auf dem Foto nicht so richtig griechisch, aber schön ist es trotzdem.


Musiktag ist angesagt. Die Gitarre wird ganz modern mit einer App gestimmt und dann wird losgelegt. "Blowin in the wind" oder "Father and son" wird zum besten gegeben. Erste Reihe fußfrei

Friday, 23 May 2014

Glückliche Vereinigung

Gestern Abend sind wir durch die Stadt geschlendert. Wir haben eine Taverne gefunden, die wir sofort zur Taverne unseres Vertrauens erklärt haben. Heute werden wir unsere Damen dorthin ausführen.
Hier wachsen die Kinder auf den Bäumen, man pflückt sie erst im Maturaalter. Auch eine Methode.

 
Eine Wäscherei haben wir auch gefunden. Da habe ich eine Sack Wäsche abgeliefert, heute am Abend ist sie fertig. Praktisch.

 
Ja und heute war früh Tagwache. Der Wecker war auf 7:15 eingestellt. Um 6:45 bin ich schon aufgewacht. So aufgeregt war ich, Jürgen war auch schon auf. Noch einmal schnell reine machen das Schiff ein bisschen putzen und dann mit dem Taxi zum Airport.
Die Rosen in unseren Händen haben die vielen Damen von den Reisebüros sehr lustig gefunden. Sie meinten, dass das doch nicht notwendig gewesen wäre. Die sind aber für unsere Schatzis. Und dann ging die Schiebetüre auf und sie waren da! Sehr schönes Gefühl.
Zurück zum Schiff, Gepäck ausladen, in die Stadt Kaffee trinken, zurück aufs Schiff und auspacken und noch Sachen machen.
Am Nachmittag waren wir einkaufen und eine Kleinigkeit Essen. Dann war Chiltag mit schwimmen und ausruhen.
Jetzt gehen wir Essen. Morgen fahren wir um die Ecke, zum Schildkrötenstrand.
Und hier ist der Beweis, dass sie da sind, die Mädls.
 

Thursday, 22 May 2014

Behördenwege


Heute war Behördentag. Gestern haben wir uns vom Marinero genau erklären lassen, wie wir zu unserem Dekpa (oder so ähnlich heisst das Endprodukt, das ist ein Zettel, den Schiffe benötigen, wenn sie in Griechenland einreisen) kommen. Ganz mühsam erklärte er uns genau bei welchem Cafe wir vorbeigehen müssen, in den zweiten Stock Zimmer 7 links hinten, dann zur Kassa, dann zurück abstempeln usw. Das hat gedauert. Er hat uns auch einen Zettel in die Hand gedrückt darauf stand in griechisch, was wir nicht lesen konnten, der Name des Formulars und sonst eigentlich nix. Ein Schaszettel also.
Zuerst sind wir in ein offiziell aussehendes Gebäude gegangen, in den zweiten Stock. Die Blicke die uns trafen wurden immer fragender. Bis wir vor einer Gruppe Damen standen, die sich mit tausenden Wahlzetteln für die EU Wahl abmühten. "Wir wollen bitte die Tax einzahlen. Sind wir hier richtig?" Tax, was ist das? Steuer, Tax Office, nie gehört. So was unanständiges macht man nicht, hier in Griechenland. Aber die Dame war sehr freundlich. Unser Marinero hat uns eine Karte gegeben. Sie rief in auf grieschische Behördenkosten vom Diensttelefon an und fragte ihn, was die beiden aus Austria denn wollen. Achso, Tax zahlen, im Tax Office na klar, warum wir das nicht gleich gesagt hätten, nein da sind wir falsch. Die Strasse runter, dann rechts bis zur Piräus Bank, dann links, zum Cafe Lobo durch den .. wie heisst denn das auf Englisch, Arc, Bogen, dort durch, dritte Tür Links, zweiter Stock - das kam uns bekannt vor. Wir haben es auch rasch gefunden.
Das Stiegenhaus war so niedrig, dass sich Jürgen bücken musste. Zweimal Fragen und wir standen vor der Dame, die kein Wort Englisch sprach. Was nun, ein Dolmetscher ruft ihr von hinten Instruktionen zu. Steuernummer will sie. Eine griechische. Aha, woher sollen wir die nehmen? Jürgen hat sich gemerkt, dass bei dieser Frage die Passnummer anzugeben ist. Gesagt getan. Unsere Passnummer ist jetzt eine griechische tax number. Wir haben dann 29,75 am Zahlschalter eingezahlt und trotzdem dem wir unser bestes griechisch und zwei Lächeln eingesetzt haben bekamen wir keins zurück. Wir sind hier auf einem Amt, da wird nicht gelächelt (Entschuldige Alex, ist eh' nur auf griechischen Ämtern so).
Stolz halten wir den Zahlungsbeleg mit drei Stempeln und zwei Unterschriften in Händen.
Auf zur Port Police.
Auch Jürgen hat schon einiges an griechisch gelernt und grüßt den Polizeibeamten mit einem herzlichen Jamas. Kaum ausgesprochen hat er auch gleich selbst gemerkt, dass er dem streng schauenden Beamten gerade zugeprostet hat. Der schickt uns um die Ecke in den ersten Stock. Wir können uns beim verlassen fast nicht halten vor lachen.
Der Rest geht dann recht einfach. Ein handgeschriebenes Formular, das nicht oft das Tageslicht in Zakynthos erblickt. Wir seien wirklich von Italien direkt nach Zakynthos gesegelt und nicht vorher einen anderen griechischen Hafen angelaufen? Nein, beide schütteln mit ernster Miene den Kopf. Wir haben uns vorher für diese Variante entschieden anstatt zu erklären, dass der Polizist in Korfu uns weggeschickt hat, weil die Taxoffice zu hatte.
Juhu, das Dekpa ist in unserem Besitz. Wir sind uns einige, dass wir es nie wieder brauchen werden und kein Hahn danach krähen wird. Wurscht, wir wollten es wissen.

Nächster Halt, SIM Karte. Zuerst ins Vodafon shop. Keine SIM Karte lagernd, aber sie haben das beste Netz. Nächster Shop. Haben alles da, aber 20 Leute vor uns. Nach 15 Minuten schleichen wir uns. Nächster Shop WIND. Dort bekommen wir die SIM Karte für das Internetz. Bei Vodafon hätten wir 15 Euro SIM und 30 Euro für 5 GB berappt. Bei Wind haben wir 9,90 bezahlt. Für die SIM und 6 GB für 30 Tage. Wir sind uns sicher, der hat sich geirrt. Auf der Verpackung stand 14,90 SIM. So haben wir 75% unseres gestrigen Tankverlustes wieder wettgemacht.

Jetzt wird es schön langsam ziemlich heiss. Wir sind zurück am Schiff und beginnen zu putzen. Morgen ist Hasi und My Tag, alles muss blitzen.

Ich bin heute die Strecke zum Flughafen gelaufen als Test, damit uns der Taxler morgen nicht bescheisst.

Das Lokal für heute Abend haben wir auch schon gefunden. Nette griechische Taverne.

Den heutigen Cappucino bekamen wir mit einem Herz aus Schokolade serviert. Die Kellnerin hat  verneint, als wir sie fragten ob das Herz von ihr für uns sei. Sie kicherte und meinte der Barjunge hat's gemacht. Als wir uns umdrehten zwinkerte er uns zu. Wir haben ein bisschen schneller als sonst den Kaffee getrunken und das Weite gesucht.

Wednesday, 21 May 2014

Yihaaaa we are there

Gemeinde, wir sind in Zakynthos. Am Anfang dachten wir noch: locker, null problemo, nach einer Woche waren wir schon ein bisschen unentspannter und nach zwei Wochen dachten wir, oje oje das wir knapp. Und wenn da nicht der Höllenritt von Montenegro nach Korfu gewesen wäre, dann hätten unsere Mädels hier ein bisschen warten müssen.

Was ist heute denn passiert? Wir sind früh los von Fiskardo. Wir lagen direkt unter der Taverne Niklos. Von der haben wir schon in unserem Führer gelesen. Als wir gestern anlegten kam ein freundlicher älterer Mann (noch älter als wir) und half und sehr zuvorkommend. Sein Palstek mit einem halben Schlag war sehenswert, argwöhnisch habe ich ihn kontrolliert. Das hat er gemerkt und in bestem Deutsch bemerkt, dass er neun Jahre lang zur See gefahren ist. Es war Niklos him self. Er lud uns in seine Taverne ein, diesem Ruf sind wir dann nicht gefolgt. Wir hatten schon gegessen.
Also, ganz zeitlich, so um acht, alles schläft noch fahren wir schön langsam die Straße von Ithaka entlang. Dort wo Odysseus gelebt hat. Ein paar Stunden lang haben wir Zeit uns vorzustellen, wie Odysseus bei seiner Rückkehr den Freiern seiner Frau Penelope zeigte wo der Bartl den Moscht holt. Er alleine konnte den Bogen spannen. Gemeinsam mit seinem Sohn Telemachos erschoss er alle Freier mit dem Bogen. War das wirklich so?

War Odysseus wirklich auf Irrfahrt? Kam er wirklich bei den Sirenen vorbei? Mussten ihm seine Mitreisenden Wolle in die Ohren stopfen? Ja, so ähnlich ging es mir auch, glücklicherweise gibt es eine App, die Jürgens Gitarre stimmt, da geht’s dann besser.
So verbrachten wir ein paar Stunden in Gedanken an diesen Helden als uns das Platschen eines Fisches aufschreckt. Nur Platsch, kein Schnaub, nanu was ist denn das? Dreimal sahen wir ihn, den Schwertfisch. Zirka einen Meter groß sprang er in die Luft. Ein bewegend Ereignis. Sahen wir beide noch nie.

Dann frischte der Wind auf und wir zischten mit sechs Knoten Richtung Ziel.
Zakynthos ist eine laute Stadt. Der Hafen ist groß, wir haben noch einen Platz am Ende der Mole ergattert. Der Marinero war freundlich aber bestimmt und wollte uns die Behördenwege gegen ein kleines Bakschisch abnehmen, nicht mit uns, wir machen das selbst. „One Euro saved is one Euro earned!“ – Mittlerweile auch meine Devise, doch auch hier kam alles anders. Wir mussten tanken, die Nadel stand schon weit unter halb. Also warum nicht den freundlichen Menschen am Kai Vertrauen schenken und dem Mann mit dem Tankwagen bitten unseren Tank zu füllen. Gesagt getan. Jürgen wollte noch den ersten Schwall aus dem Tank mit dem Mr. Funnel Trichter prüfen. Der Tankmann warnt noch „lot of pressure“, doch zu spät, Jürgen dreht am Hahn und eine Ladung Diesel übergießt sich über ihn. Er nimmt‘s gelassen und steht dieselüberströmt mit dem Trichter in der Hand da und versucht den Diesel in den Tank zu bekommen.

Davor raunt mir Jürgen noch zu, „schau ob er auf null stellt“. Ich renne hinter den Wagen und er zeigt mir großzügig, „look, reset to zero“. Dann folgt der Schwall, ich bin unachtsam und der Tankmann hantiert beim Zählwerk. Als ich es bemerke und zu ihm laufe ist es zu spät. Drei Liter sind im Tank und 23 Liter werden angezeigt. 1,4 Euro pro Liter, 30 Euro Extrabonus für den Tankmann. Tja, wieder was gelernt. Trau schau wem!
Dafür liegen wir hier sicher im Hafen und haben gut zu Abend gegessen. Den morgigen Tag haben wir mit einem Behördenweg und den Vorbereitungen für unsere Mädels geplant. Waschen, rasieren, aufräumen, das Boot putzen usw.

Morgen sind sie da, unsere Mädels. Wir berichten von der „Grande explosione“ aber keine Details!
Und das ist der Blick auf Ithaka, die Heldeninsel.


Bei der Einfahrt nach Zakynthos rauschten wir mit 6 Knoten bei raumen Wind durch die Wellen.
 
Und das ist das Auto von unserem Tankmann, vielleicht tankt ja noch jemand anderer und ich kann ihn dabei beobachten, aber was dann?


Tuesday, 20 May 2014

Adonis und Poseidon

Gestern Abend haben wir noch mit wunderbarem Blick auf die Bucht gespeist und sind dann mit dem Dinghi wieder zurück aufs Boot.
Heute morgen war Sport angesagt. Jürgen ging auch mit laufen. Dazu mussten wir aber die ca. 300m ans Land überwinden. Dinghi? Nein, also das Laufgewand in den wasserdichten Sack gepackt und dann pudelnackert ans Land geschwommen. Dort sind wir dann wie Adonis und Poseidon dem Meer entstiegen, naja vielleicht ein bissi übertrieben. Poseidon hat einen Dreizack und wir nur zwei kleine Zacken.
Sehr schön und hügelig war der Lauf durch Parga. Am Schluss haben wir uns im Hafen mit Croissant und Cafe verwöhnt. Das zurückschwimmen war dann nicht ganz so prickelnd weil wirklich kalt. Aber es blieb nichts anderes übrig. Ich habe Jürgen vorgeschlagen, dass wir Schnick Schnack Schnuck ohne Brunnen spielen, wer rüber schwimmt und den anderen mit dem Dinghi holt. Er wollte aber nicht. Von dieser ganzen Aktion gibt's leider keine Bilder, schade ich weiss.
Ein lustiges Bild muss ich wegen fehlender Kamera auch verbal nachliefern: Auf einen klitzekleinen Sessel stand ein Schíld. Darunter stand eine Flasche mit vermutlich Öl in einer alten Wasserflasche, so sagt das Schild. Neben dem griechischen Text, den ich nicht verstehe stand darunter: "Oil for sail" Na, das wär doch was für uns.
Dann mussten wir mal ein bisschen Wäsche machen. Das Boot schaute dann aus wie ein italienischer Balkon.

Das nächste Foto schaut unspektakulär aus war aber ziemlich knapp.

Sonst war es ein sehr schöner Segeltag. Raume Winde mit bis zu 16 Knoten ließen uns über 50 Seemeilen weit kommen.
Wir liegen jetzt auf Kefaloina in Fiskardo vor Anker. Die Bucht mit den meisten Segelschiffen, die wir bisher gesehen haben. Eine ganze Flottille. Das sind Gruppen, die gemeinsam mit dem Segelboot von Ort zu Ort ziehen. Hoffentlich fahren sie morgen nicht nach Zakynthos. Habe ich es schon erwähnt, dass uns am Freitag unsere Schatzis für eine Woche besuchen kommen.
Also dann, Yamas!

Monday, 19 May 2014

Slowly, very slowly

Das war ein langsamer Tag, sehr langsam. Kein Wind. Und allzu viel motoren wollten wir dann auch nicht.

Ich bedanke mich sehr herzlich für all die lieben Geburtstagswünsche. Darf ich das bitte pauschal machen? So viele SMS sind zu teuer :-)

Ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk hat mir Jürgen gemacht. Ein Buch von Weltumseglern eingepackt in die Montenegrische Flagge und mit einer lieben Widmung versehen.

Ich hab's gleich zu lesen begonnen. Allerdings ging's mir wie immer mit den Bücher, drei Seiten und ich war im Land der Träume!

Beim dahintümpeln haben wir dann noch beim Anker was repariert. Jetzt geht er wieder wie neu.
 
Fisch hab' ich wieder keinen gefangen. Bemüht hab' ich mich. Mehrmals den Köder gewechselt aber leider nix, nicht einmal ein Sackerl.
So sind wir schön langsam am Südende von Korfu vorbei, dann an Paxos und Antipaxos. Jetzt sind wir am griechischen Festland, in Parga und schauen von der Taverne auf die Sueno.

Morgen gibt's angeblich ein bisschen Wind, wir werden sehen und berichten.
Heute hat das Wasser erstmals die magische Grenze von 20 Grad überschritten, es war kaum auszuhalten.
Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Anker und Anlegemannöver funktionieren perfekt.
Nur manchmal vergisst man halt etwas. Wir sind mit dem Dinghi an Land gegangen und dann erst drauf gekommen, dass wir das Ankerlicht vergessen haben. Jetzt müssen wir schneller essen und dann wieder auf's Schiff zurück.
 
Jürgen hat ein nettes Video von den Deflinen gemacht. Hier ist es:
 

Sunday, 18 May 2014

Chilling Day

Das war der Erste ruhige Tag. Wenig Wind, schönes Wetter. So richtig warm ist es noch nicht aber es wird schon. Wir waren auch schon mehrmals baden. Das Wasser nähert sich der 20 Grad Marke.
Gestern Abend haben wir uns noch eine nette Taverne gesucht und auch gefunden. Das lokale Korfu Gericht war sehr gut. Jürgen hatte Pastisada und ich Sofrito. Dann wieder skypen. Und zum Abschluss einen Spaziergang durch die Altstadt von Korfu. Sehr empfehlenswert.
Gestern Abend haben wir noch mit Tony und Sally geplaudert, den Weltumseglern. Heute wollten sie los, Richtung Albanien. Ihr Boot dreht sehr schlecht, also haben wir angeboten sie mit unserem Dinghi ein bisschen zu pushen. Sally hat sich sehr gefreut "Reeeaaaalllly, thats so nice of you" she said. Eh kloa, Gentlemen halt. Ausgemacht war zirka 1/2 8. Um sieben hat uns ein Schwell geweckt. Das Boot hat geschaukelt und an den Leinen gezerrt. Wie sind beide gleichzeitig aufgestanden und haben geschaut was da so los ist. Nix war los, ein bissi wackeln halt. Na, wenn wir schon wach sind so früh, dann können wir doch gleich das Dinghi klar machen für unsere push Aktion. Dinghi drin, jetzt noch der Motor. Dann ein Blick nach Links, he da ist ja keiner, was ist denn da los? Die sind ja schon weg. Wir schauen auf die Uhr, 7:30 passt doch. Uuups, da war doch was mit einer Zeitzone. Eine Stunde anders, es ist eigentlich schon 1/2 neun. Tschuldigung, war nicht Absicht.
Dann noch ein schwimm im Meer und weiter geht's. Gegen Süden.
Das ist noch der Blick aus Korfu Stadt auf die Marina.

Und das ist Petritis, da sind wir jetzt.
Mittagessen: Tortellini mit Sauce und Parmesan, ein bisschen musste Basil Haare lassen.

 
Und jetzt chillen wir. Jürgen spielt Gitarre und singt und liest ein Buch. Ich repariere Sachen, die Dichtung vom Fenster, den Schalter vom Anker usw.

 
Abendessen: Souflaki mit Tsatsiki und Hauswein. Gut aber nicht billig.

Morgen fahren wir früh los und weiter gegen Süden.
Liebe Grüße an alle daheim!
 
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Saturday, 17 May 2014

Ein ruhiger Tag

Das war eine ruhige Nacht vor Anker. Einmal ging der Ankeralarm los (ich gebe zu, ich habe ihn nicht gehört). War aber nur falscher Alarm, alles in Ordnung.
Wir wissen auch jetzt, wie man 17,5° Wasser zu einer Badewanne macht: Wenn es draussen 15° hat, man sich auszieht, 2 Minuten wartet und dann ins Wasser springt. Ur warm, die 17 Grad. Auch hier muss ich etwas zugeben, ich wusste, dass die Borddusche schön warm sein wird. In der Zwischenzeit haben sich an der Mole, die recht nahe ist, eine Menge Menschen versammelt. Sie warten auf die Fähre, die sieht man auch schon in einiger Entfernung. Inzwischen interessieren sie sich dafür, was so ein österreichisches Nackerbazi mit einer Dusche treibt. Mir is wuascht!
Anker auf um 9 Uhr, Richtung Korfu. Kein Wind am Anfang, dann den Wind – wohin – richtig, auf die Nase. Herum ums Kap, Regen, kein Wind. Nicht so wichtig heute, fahren wir nur 40 Meilen. Zweimal überschreiten wir unabsichtlich – oder besser unachtsam – die Albanische Grenze. Keiner hat’s gesehen, alles gut.
Dazwischen immer wieder Regenschauer, die ganz schön heftig ausfallen.
Der Essensbericht: Frühstück: Müsli mit Früchten und Joghurt. Mittagessen: Grünes Curry. Dafür musste Basil ein paar Blätter lassen, zum Trost habe ich ihm einen Squall vergönnt. Am Abend werden wir uns in einer griechischen Taverne die Bäuche vollschlagen. Vielleicht ein kleiner Ouzo dazu?
Achja (wenn ich zu oft Achja schreib, bitte um Nachsicht) zu den Blogkommentaren, die uns sehr sehr freuen: Wenn ihr glaubt, dass das hier so ein Segeltörn mit saufen und Party machen stattfindet, dann habt ihr euch getäuscht. Wir sind sehr diszipliniert und halten uns an unsere eigenen Regeln. Okay, okay, wenn wir nach 30 Stunden im Hafen ankommen und sicher an der Leine liegen, dann kommt es schon mal vor, dass wir ein Bierchen trinken. Aber bitte habt doch Verständnis, dass wir hier nicht alles posten, unsere Mütter lesen das ja auch und die machen sich sonst Sorgen!
Jetzt sind wir in der Marina in Korfu. Neben uns liegen Fahrtensegler, die seit 5 Jahren von Inverness hierher gesegelt sind. Das sind tolle Plauderein mit solchen Leuten. Jetzt werden wir offiziell einklarieren und Essen gehen. Vielleicht finden wir auch noch ein besseres Internet als das der Marina.

Noch ein Achja: Die Stadt Korfu wird täglich von drei Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Die Schütten dann 12 tausend Leute über die Stadt aus. Das sind die drei Stunden, wo man dann besser am Boot bleibt. Danach ist’s wieder friedlich.

Diese beiden Fotos entstanden bei der Nachtfahrt, da schaut man einfach nicht besser aus. Starker Wind, Regen und hohe Welle.


Das ist das grüne Curry


Als wir Albanien ganz nahe waren entstand dieses Bild. Es ist Albanien.

Und das ist unser Liegeplatz mitten in Korfu. Fünf Minuten ins Stadtzentrum. Da gehen wir jetzt hin. Und vorher trinken wir noch ein Bier, oder zwei!


Hellas zusammen und ein fröhliches "Karli nix da", das ist griechisch und heisst "Gute Nacht"

Friday, 16 May 2014

Juhu Wind aus der richtigen Richtung!

Ich weiß gar nicht wo ich beginnen soll. Es ist schon wieder so viel passiert. Der Reihe nach: Kotor ist eine tolle Stadt. Sie schmiegt sich an Berge, die auch jetzt noch mit Schnee bedeckt sind. Eine alte Stadtmauer wird in der Nacht beleuchtet und lässt einen Staunen.

Wir haben den Abend in der Bar der Marina verbracht. Dort gibt’s Internet, Duschen und Bier. Nachdem wir beide schon ein bisschen nervös waren, ob wir es bis zum 23. Mai nach Zakynthos schaffen, haben wir uns zwei Stunden lang der Törnplanung verschrieben. Starker Wind war angesagt, Sturmwarnungen, Gewitter. Aber nicht überall, wenn wir uns am Rand der Adria halten, dann geht sich das aus. Natürlich musste auch ein Plan B her. Der wäre dann die Stadt Bar an der Montenegrischen Adriaküste gewesen.
Dann haben wir noch mit den lieben daheim geskypt. Das ist wirklich ein praktisch Ding. Man kann auch gleich ein bissi zeigen wo man ist.

Zurück am Steg haben wir noch mit dem Eigner einer Lagoon 50 geplaudert, der es in einer Woche aus der Türkei bis nach Kotor geschafft haben will. Ts, glauben wir nicht.
Wir wollen früh los uns um 6:55 ist Tagwache. Der Markt direkt vis a vis hat schon offen. Sehr fleißige Verkäuferinnen preisen ihre Waren an. Wir kaufen Käse, Obst, Gemüse, Brot und Fleisch. Interessiert euch wirklich, was wir jeden Tag essen?

Nagut: Jürgen lässt Kalorienbewusst das Frühstück aus und isst um 10 eine Salamisemmel. Ich frühstücke Joghurt mit Müsli und Früchte und um 10 eine Salami Semmel. Um eins waren wir schon wieder hungrig. Das war aber schon auf hoher See bei ordentlichem Wellengang. Trotzdem hat Jürgen eine Auberginenpfanne als Einstimmung auf Griechenland gezaubert. Der kardanische Herd hat seine Arbeit gut getan. Wie immer hervorragendes Essen. Dann gab‘s noch zwischendurch Erdbeeren mit Joghurt. Von allem immer reichlich, Nachschlag inklusive.
Wir verließen Kotor um 8 Uhr dreißig. Bis man wieder im Mittelmeer ist dauert das zirka drei Stunden. Am Weg ist noch eine Klosterinsel, die wir fotografiert haben, mehr wissen wir nicht dazu.

Bevor wir ausklarierten probierten wir noch die neue Sturmfock aus (hier helfe ich, ein sehr kleines Segel, das bei sehr viel Wind gesetzt wird). Es dauert alles so lange, wenn man es das erste Mal macht. Erst kurz nach Mittag hatte uns die Adria wieder –und wie. 7 Windstärken und Wellen auf die in der Nacht nicht viel auf 5 Meter fehlen. Das haben wir beide noch nicht erlebt. Mit hoher Geschwindigkeit, zirka 7 Knoten, (das bitte rechnet‘s jetzt selber um, in google: „7 Knoten in km/h“ eingeben, dann zeigt er’s gleich an, der google) zischten wir durch den Tag, den Abend und durch die Nacht. Der Wind immer aus der richtigen Richtung, fantastisch. Der Autopilot unser bester Freund, kommt nicht immer mit der Situation zurecht und piepst, einer muss ihm helfen. So vergeht die Nacht recht rasch. Wir beide schlafen sehr wenig, eigentlich gar nicht. Zu sehr wackelt es zu sehr ist es neu und aufregend. Die albanischen Gewässer meiden wir, da gibt es angeblich Minenfelder und da wollen wir nicht hin. Erst zu Mittag am nächsten Tag schläft der Wind kurz vor Griechenland ein. Und dann beginnen die Wetterkapriolen. Kurze intensive Schauer mit Starkwind rollen auf uns zu.



Achja, darf ich euch noch Basil unseren Freund vorstellen. Er ist zwar ein Säufer und damit können wir ja gar nicht, aber ein ganz ein lieber. Wir begrüßen ihn jeden Morgen freundlich, „Guten Morgen Basil!“ Jürgen glaubt ihn gestern gehört zu haben, als er sagte: „Die gonze Zeit san’s so schasfreindlich zu mia und dann fressen’s mi zsam“

Heute war wieder Delfin Alarm. Zuerst zwei, die das Schiff begleiten. Sie springen nicht, sondern gleiten elegant vor dem Bug. Sie schwimmen ganz eng und plötzlich sind sie wieder weg. Aber nur um zwei Freunde zu holen. Jetzt sind es vier, die uns begleiten. Ganz knapp unter der Oberfläche, man kann sie gut sehen. Dazwischen tauchen sie auf. Unter Wasser drehen sie sich auf die Seite, man glaubt sie schauen einen an. Also Delfine haben wir schon genug gesehen, ur fad eigentlich, oder?
Ja und jetzt, 30 Stunden später liegen wir in der kleinen Bucht der kleinen Insel vor Anker. Der ganze Tag war nass, es hat gehagelt, es war Sturm, es war hohe Welle und jetzt am Abend, da regnet es. Ach ja, die Temperatur: 15 Grad im Schiff und fast 16 Grad das Wasser. Beim Segeln haben wir bis zu vier Schichten, Haube und Handschuhe an– will immer noch einer von euch mit uns tauschen? 

Einen Nachtrag zu Gestern habe ich noch. Wir haben sehr sportlich eine Meerenge in Montenegro durchsegelt. Der Profi erkennt zwei Kringel, die dort nicht sein sollen. Für einen haben wir eine gute Erklärung. Es fahren immer zwei Fähren hin und her und die machen nicht Platz. Obwohl wir glauben als Segler Vorrang zu haben, da sind wir uns aber nicht ganz sicher. Kann bitte ein Segelprofi, der das weiß (und nicht nur glaubt) kommentieren ob das stimmt. Segelfahrzeug hat Vorrang auch vor Fähre.
Tja und die Erklärung des zweiten Kringels bleibt dem Segelprofi mit einem Schmunzeln vorbehalten.

Wednesday, 14 May 2014

Segeln vom Feinsten

Zumindest so wie es uns gefällt. Regen und Starkwind haben uns heute begleitet. Das hätte ein Chilltag werden sollen. So begann er auch. Fast kein Wind, idyllische Kulisse, eine Angel am Heck. Und was hat er gefangen der Bub? Nein, kein Sackerl, Ätsch, gar nix war's. Und dann kräuselte sich das Wasser am Horizont. Böen, starke Böen, dazu hängen Regenwolken auf den bis zu 1.700m hohen Bergen. Und der kommt auch gleich dazu, der Regen. Also hinein in das schwere Seezeug und in die Stiefel. Kalt ist der von den Bergen kommende Wind auch. Wie ihr seht, kein Vergnügen, für uns schon. Wir schauen uns im vorbeifahren eine Marina in Tivat an. Die gehört einem Russen, der die Gegend mag und sich gedacht hat, ich bau mal eine Marina.
Und in dieser Gegend hat dann eine Düsenwirkung eingesetzt. Bis zu 30 Knoten Wind, das ist ein guter 7 er, für alle Windratten unter euch. Einmal hat die Reling eingetaucht. Stark gerefft war das Schiff gut zu steuern und wir entschieden uns auch durch die schmale Enge zu segeln. Dort fahren immer zwei Fähren hin und her, gleichzeitig. Das hat uns auch zusätzliche Mannöver beschert. Man muss auch ziemlich laut miteinander reden um sich zu verstehen. Eigentlich könnte man sagen, wir haben uns drei Stunden lang angeschrien. Friedlich im letzten Eck der Bucht von Kotor haben wir dann ein cooles Anlegemannöver (Eindampfen in die Vorspring) gefahren. Bilderbuchmannöver, naja fast halt.
Hier in Kotor gibt's eine sehr schöne Altstadt. Riesige Kreuzfahrer schütten ihre 4.000 und mehr Gäste über das kleine beschauliche Städtchen aus. Ein bunter Mix, der nach ein paar Stunden mit einem sehr lauten Hupen beendet wird. Da müssen sie heim, die Kreuzis und wir bleiben da.
Dann haben wir den Leo kennengelernt. Ein Wiener, der 12 Jahr in Russland lebte und jetzt hier in Montenegro. Er verkauft Yachten an reiche Leute. Leider habe ich kein Foto von Leo. Zirka 60 Jahre, 1,7m, 140 Kilo, langes graues Haar fast einen Kaiserbart, Lederjacke. Nicht ganz mein Fall, zumindest auf den ersten Blick. Wir haben aber sehr nett geplaudert und dabei auch noch Dimitri, den Russen kennengelernt, der Einhand durch das Mitterlmeer segelt. Eine bunte Mischung hier am Steg.
Hier wieder ein paar Impressionen für die, die lieber Büdln schaun:
Uboot Bunker gibt's jede Menge. Wer die gebaut hat wissen wir nicht, ich mags jetzt auch nicht nachschaun, wer's wissen will schaut selber nach. (Die Österreicher waren's nicht, die haben hier vor längerer Zeit Tunnel gebaut aber keine Uboot Löcher)
 
Hier sieht man Jürgen hochkonzentriert kurz vor dem Einfall der nächsten Böe.
 
 
Ja, ich bin schuld. Der Blick sagt alles. "Wer hat denn da wieder ein Kabel ins Wasser hängen lassen? So geht das wirklich nicht!" 

 
Ein paar Stufen auf die alte Stadtmauer und man hat einen schönen Ausblick auf unseren Liegeplatz.

 
Rundherum hohe Berge mit schönen Farben und Flüssen. Klöster und Wallungen die hoch hinauf gebaut worden sind.

 
Alles in allem ein spannender, schöner Segeltag mit nettem Ausklang.
Das Essen? Achja, Hühnerfilet mit Salat und Brot, mexikanisch gewürzt. Sehr gut, uns hat's geschmeckt.
Jetzt sind wir noch zwei Stunden in der Marina gesessen. Unglaublich stressig. Mails checken, mit den Lieben skypen, Blog schreiben, Route hochladen, Fotos übertragen und verkleinern. Und dann noch eine Stunde Wetterdaten laden und morgigen Törn planen.
Wir sind ja sowas von gestresst, echt jetzt.
 
Ich habe heute wieder das Sprüchebuch gelesen. Sehr, sehr nett. Ihr habt euch da wirklich angestrengt. Leider ist mir die Literatur zum Teil zu schwer, da versteh ich dann nix. Zitate von Camus, Aristoteles und so weiter. Ich bemüh mich aber eh'. Aber so eine nette Idee!! Danke

Tuesday, 13 May 2014

Jenuch is Jenuch

Liebe Gemeinde!
So darf ich euch doch nennen? An den Postings sehen wir, dass ihr unsere Reise begleitet, schön. Interessante Art zu Reisen, jeden Schritt der Welt gleich kund zu tun.
Also hiermit tun wir kund:
Wir starteten um 9:30 in Vieste. Das Ziel ist Montenegro. Zirka 110 Meilen, wenn man genau drauf fahren kann, aber, wie die Gemeinde schon weiss, der Wind in der Adria bläst direkt auf die ...., genau.
Also haben wir den Tag mit herumtümpeln verbracht. Die Ersten Stunden fuhren wir durch die Verkehrstrennungszonen, was uns freute, das wollen wir nicht in der Nacht erleben (denkste aus jetziger Sicht). Googelt halt alle Begriffe die euch nicht klar sind. Große Boote ist das Stichwort.
Was gab's zum Essen ( auch das war eine wichtige Frage, die uns immer gestellt wird). Also einen Fisch. Aber was für einen? Wir denken, es war ein Branzzino. Nicht geschuppt, nicht ausgenommen und nicht filetiert.

Also das muss erledigt werden.
Und das hat Jürgi daraus gezaubert.
Und dann wurde verlangt, dass wir mehr Bilder posten. Hiermit tun wir das.
Und noch ein bisschen Bericht, was so passierte. Das Fischen: Heute schlug die Angel zweimal an-Catch of the day: Zwei Neilonsackerln. Aber die Angel rauscht aus wie echt. Jürgen konnte sich schon nicht mehr halten vor Lachen. Naja, irgendwann wird da wohl ein Fisch dran sein!
Jürgen hatte Frühschicht also von 22 Uhr bis 2 Uhr. Es darf damit um zirka 20 Uhr schlafen gegangen werden. Ein kurzes Mützerl und dann beginnt die Erste Schicht. Ich lag genau zwei Minuten in der Koje als mich ein wirklich lauter Bums wieder aufweckt. Was war das? Ich springe auf und renne hinauf. Jürgen sieht mit der Taschenlampe am Heck noch eine großen Baumstamm davon schwimmen. Den haben wir wohl gerammt. Um 2 Uhr früh begann dann meine Schicht. Jürgen hat berichtet, dass uns kleine Delfine begleiten. Ich hab keine gesehen, einmal ein "Schnaub". Jürgen hat noch  von einem Fischerboot berichtet, das ihn ein bissi sekkiert hat.
Meine Schicht begann ruhig. Nix besonderes, gähn, so zu sagen. Dann hat mich eine sehr schnelle Fähre gequält. Zweimal musste ich wenden bis ich kapiert hab wo das Ding hin will. Anstrengend. Delfine: Nada, nix
 Um sechs war dann ich wieder dran zum liegen! Ah, das tut gut. Um acht waren wir wieder beide an Deck. Die Delfine waren immer noch da. Ich dürfte sie einfach nicht gesehen haben.
Mittlerweile haben wir neun Stück gezählt, die uns seit 10 Stunden begleiten, fad nicht? Kurz vor der Grenze zu Montenegro waren sie dann weg, man munkelt, dass bei zwei von ihnen die Papiere nicht in Ordnung waren.
 
 Der geschulte Seemann erkennt am nächsten Bild nicht nur den Blister, die Montenegrische Flagge, sondern auch das Flaggen Q für einklarieren, gute Seemannschaft, das ist uns wichtig. Dem nicht Seemann ist's eh' wurscht.
Nachdem ich mit dem Schmieren von Sonnenschutz nicht mehr nachgekommen bin habe ich zu Pflaster und Isolierband gegriffen. (nächstes Bild)
 Ach ja, ein Gschichtl: Wir haben einen Erste Hilfe Koffer, der für eine Firma ab 20 Personen reicht, wir haben einen 10 stündigen Erste Hilfe Kurs absolviert, Jürgen kann Wunden nähen (My hat's ihm gezeigt) ich kann eine Infusion setzen (Evi hat's mir zumindest theoretisch erklärt), wir haben Medikamente mit denen man eine Kleinstadt wieder gesund machen kann ABER: jeden Tag blutet einer von uns zwei irgendwo, weil man sich dauernd irgendwo weh tut. UND WAS HABEN WIR NICHT MIT: Kein einziges scheissendreck PFLASTER, kein Pflaster an Board. Glaubt man nicht, oder?


 Gegen Abend haben wir noch ein Naturphänomen erlebt. Eine unglaubliche Wolkenwalze kam auf uns zu. Und? was ist das jetzt? Sturm, Regen, Flaute? Keine Ahnung. Es war eine Böenwalze, die uns kurzzeitig Wind von bis zu 16 Knoten (ein schöner Segelwind) brachte. Nach 20 Minuten war der Zauber vorbei, wieder Wind wie davor, fast nix. 


Den Rest der Nacht und den Tag war dann ganz guter Wind, meistens aus der falschen Richtung. Um zirka 17 Uhr haben wir dann eingepackt und sind mit dem Motor die letzte Stunde nach Montenegro eingelaufen. Zuerst an die Zollmole zum einklarieren und jetzt sind wir in Herceg Novi.
To be continued.