Friday, 30 May 2014

Wir ham nix gmacht II

Heute war Abschiedstag. Um 6 Uhr hat der Wecker gebimmelt. Einmal noch kuscheln, einmal noch drücken. Die Taschen sind gepackt. Ohne Frühstück geht es in leicht gedrückter Stimmung Richtung Taxistand. Glücklicherweise haben die Koffer Radln.
Am Flughafen wird rasch eingecheckt und dann noch ein Kaffee getrunken. Dann heißt es Abschied nehmen. Die Woche ist schnell vergangen, viel zu schnell. Wir hatten schönes Wetter und viel erlebt. Dann waren sie weg, die Mädls.
Es war erst halb acht und der Lidl, der quasi am Weg liegt sperrt erst um 8 auf. Also auf Schusters Rappen geht's die schöne Flughafenstrasse entlang. Vorbei an kläffenden Hunden, die die Firmen am Weg bewachen, an der emsigen Feuerwehr und so manchem Kunstwerk. Dieses hat uns besonders gefallen.
Beim Lidl haben wir dann fest eingekauft. Das Wagerl bis an den Rand gefüllt. Am Flughafen haben wir uns eine Taxinummer geben lassen. Das hat wunderbar geklappt. Der freundliche Taxifahrer hat uns noch den selbstgemachten Wein der Straßenstandlerin empfohlen. Zwei Euro für eineinhalb Liter in der Plastikflasche. Sehr sehenswert. Wir vertrauen ihm blind und machen ihn zum Taxler unseres Vertrauens. Am Nachmittag haben wir dann einen Schluck gekostet. Also wir trinken schon einiges, aber das war nicht zu machen. Kurz überlegten wir es dem Poseidon zu spenden, das verwarfen wir wieder, was tun wenn er den Schwindel bemerkt, dass wir ihm Fusel unterjubeln wollen.
Ein älterer Mann hatte offensichtlich Mühe seinen Einkauf einzuladen und hat sich so ein bisschen Erleichterung geschaffen. Er hat ihn immer dabei, den Sessel.
Dann ging's rasch. Einkauf bunkern, Boot ein bisschen putzen und los, gen Süden. Der Wind bläst aus der richtigen Richtung. Nur mit der Genua und dann mit dem Blister rauschen wir dahin. Das Tagesziel ist Kiparissia. Dann war er plötzlich weg der Wind. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und wir sehen Regenschwaden auf uns zukommen. Das wird doch nicht uns erwischen? Zu früh gefreut. Wir mussten wirklich das schwere Regengewand anziehen und über eine Stunde im Regen segeln. ABER WIR HAM NIX GMACHT, warum gibt's jetzt wo die Mädls weg sind Regen und davor die ganze Woche Sonnenschein? Dafür war der Wind dann wieder da.
Nach einiger Zeit klarte es auf, der Wind frischte auf und mit einer groben Welle von achtern ging es rasch ans Ziel.
Es wurde dann wieder wärmer (ich habe gehört, dass es in Wien heute 9 Grad hatte, Brrrr, ihr armen)
Das Essen: Heute ging es Evi's Dori an den Kragen. Also an den Kragen ging es ihr schon gestern. Heute musste sie noch geschuppt werden und dann wurde sie in der Pfanne gebraten. Zweimal kurz angebraten, Salat dazu, fertig. Sehr schmackhaft. Natürlich viel zu wenig für zwa Mannsbüda.
Aber trotzdem danke Hasi, für den guten Fisch, eine Dorade (Goldbrasse)
 
Abendessen Schinkenfleckerl, mit Nachschlag, wie es sein soll.
Das ist Kiparissia. Unser Segelführer meint, dass man in der Vorsaison am Steg längsseits gehen kann, weil da genug Platz ist. Ja, das dachten die anderen auch und haben alle Plätze belegt. Wir liegen vis a vis an der Mole, ganz alleine und fürchten uns aber nicht.
 
 
 
 
 
 

Thursday, 29 May 2014

Blue cave

Heute gingens wir wieder gemütlich an. Gefrühstückt an Board. Sehr frisches Brot aus dem Supermarkt. Ich war laufen, ganz schön bergig. Bis zum Leuchtturm. Dort sind die Höhlen, also nicht weit mit dem Boot, das wollen wir sehen.
Ab 10 Uhr brechen die Bootsvermieter auf und fahren ihre Passagiere zu den Höhlen. Wie wird das dort sein? So wie in Kroatien, wo die Einheimischen sich nicht um ihre Attraktion bringen lassen und fremde Dingis verscheuchen?
Evi fängt noch weiter Fische, ich verschone sie, mehr sag ich nicht.
Die blauen Höhlen sind wirklich nicht weit und wir machen uns mit dem Dingi auf sie zu erkunden. Zwei bleiben an Bord, die anderen beiden fahren in die Höhlen hinein und durch die Bögen durch. Sehr schönes blaues und grünes Wasser spiegelt sich im Sonnenlicht. Die Ausflugsboote sind zahlreich, lassen uns aber in Ruhe, keine Probleme. Sehr sehenswert und zu empfehlen. In manche Höhlen kann man hineinschwimmen. Das lassen wir aus, der Wind wird zu stark.



 
Danach bringt uns Raumer Wind nur mit dem Groß und einem griechischen Salat zurück nach Zakynthos.
Das Olivenöl haben wir nebst Eiern, Zitronen und Rosinen von einem alten Mann an der Mole gekauft. Er kam mit seinem dreirädrigen Tuck Tuck, das man mit der Hand anstartet. So wie einen Rasenmäher, nur muss man die Schnur selbst herumwickeln. Nach einem kräftigen Ruck fängt das alte Ding zu spucken und zu rucken an und bringt den alten Mann und seine Ware zum nächsten Boot. Dimitri bekommt auch Rosinen als Provision, weil er dem polnischen Boot neben uns den Wein vom alten Mann empfohlen hat.
Neben uns liegen Franzosen, die den Landstrom nutzen um im saubersten Hafen, den wir seit Beginn unserer Reise angelaufen haben, mit einer Ladung aus ihrer Waschmaschine zu verschmutzen. Sie verstecken sich dabei unter Deck nach dem Motto: Wenn mich keiner sieht, kann mich keiner schimpfen.
In Zakynthos haben wir noch ein Anlegemanöver bei fast 20 Knoten Wind gefahren. Eigentlich können wir das schon recht gut. Doch die Sorge des Italieners zu linken (der vor einer Woche auch schon da lang) und des deutschen auf der anderen Seite brachte ordentliches Wirrwarr in die Sache. Anweisungen von bis zu fünf Personen gleichzeitig führten zu über kreuz liegenden Leinen bis wir dann doch sicher vor Anker an der Mole lagen. Ein kleiner österreichischer Marillen Bailloni hat's wieder gut gemacht. Deutsch - österreichische Freundschaft. Dem Italiener haben wir nix gegeben, der war zu unfreundlich.

Tja, und was soll ich sagen, heute ist Abschiedstag. Morgen fliegen unsere Damen wieder heim. Wir führen sie heute noch einmal schick zum Essen aus.

Wednesday, 28 May 2014

Fishing Day

Von unserer Bucht - wir haben sie Wackelbucht getauft - sind wir nach einem guten Frühstück ausgelaufen. Richtung Norden. Schöner Segelwind, der sich dann auch noch zu unseren Gunsten drehte brachte und rasch nach Agios Nikolaos.
Das ist ein liebliches und überschaubares Dörfchen oder eigentlich eine Ansammlung von Häusern - oder eigentlich Tavernen.
Alle leben vom Tourismus. Die in der Nähe liegenden Blue Caves und das Ship wreck werden mit Booten besucht. Die Kunden für die Boote werden unter anderem hier geworben.
Schon beim einfahren in den Hafen winken zwei Griechen um die Wette. Einer will uns längsseits, ganz alleine an der großen Mole (im Hafenhandbuch steht Fähre), der andere zwischen drei Segelbooten. Wir funken den Hafenmeister an. Der rührt sich nicht aber einer der beiden fängt zu laufen an, er hat uns gehört. Es ist Dimitri. Seines Zeichens: Segelschiffplatzeinweiser, Ausflugsschiffbesitzer, Ausflugschifffahrer, Tavernenmitbesitzer, Tankstellenpächter, Supermarktbeteiligter, Taxivermittler und die anderen sieben Jobs haben wir uns nicht gemerkt. Aber sehr freundlich. Alles gratis. Anlegen, Strom, Wasser. Wir sind dann aber schon zu ihm Essen gegangen. Sehr gut war das. Die Damen hatten Dorade ich Squid und Jürgen Souvlaki.
Davor war Fishingtime. Mit der kleinen Angel haben wir im Hafen unser Glück versucht. Das Wasser ist glasklar und lädt zum schwimmen ein. Und da, da ist er, mein erster Fisch. Nicht allzu groß aber immerhin!
Hier der Beweis:

 
Ja und dann wollte Evi unbedingt auch fischen. Sie hat dann gleich drei kleine Fische und eine wirklich schöne Dorade gefangen. Die habe ich heute zum Speisen vorbereitet.
Naja, ich hab dann den ganzen Abend nicht mehr mit ihr gesprochen. (Stimmt nicht, nur ein Scherz)
 
 Im Schatten von schönen Feigenbäumen parken die Besucher von Höhle und Schiffswrack ihre gemieteten Autos. Griechen stehen hier nicht unter den Bäumen. Aber nicht weil die Bäume keinen guten Schatten spenden oder irgendwelche pickigen Früchte oder Blüten fallen lassen, nein hier sind es freche Ziegen, die das Auto als Leiter benutzen um an die Blätter zu kommen. Ich wollte das schnell fotografieren. Beim annähern verschwinden die Ziegen aber sofort, sie wissen, dass sich das nicht gehört. Wenn man genau schaut, sieht man die Ziege am Dach.

 
Eine Unterwasserkamera haben wir auch. Das ist aber keine Caretta Caretta

 
 

Tuesday, 27 May 2014

Olympisches Fieber


Um sechs wollte ich aufstehen um laufen zu gehen. Wir wollen um halb acht los nach Olympia. Mit unserem Raumwunder Peugeot 107. Viertürer, Kopffreiheit ohne Ende und ein geräumiger Kofferraum – oder so ähnlich.
My und Jay haben ihn gestern noch getestet und sind dabei in eine Schafsherde geraten.
 
 
Leider habe ich beim Laufen keinen Fotoapparat mit. Am wunder schönen Sandstrand steht ein ziemlich klappriger Pickup. In der Nähe riecht man, dass es Äpfel sind, die in Kisten auf den Verkauf warten. Davor steht, was ist das? Ein 90x180er Bett. 40 cm hoch. Passt eigentlich gar nicht auf das kleine Auto. Das Bett ist genau Richtung Sonnenaufgang ausgerichtet und darauf, unter einer dicken Decke liegt der Gemüseverkäufer und schnarcht. Nur eine Zehe schaut heraus. Ein sehr lustiger Anblick. Leider muss ich mir beim Laufen wieder einen „Der tuat nix“ Stock suchen. Frei laufende, bellende Hunde machen das notwendig. Der Stock hält sie ab.

Und dann geht’s los zu diesem Geschichtsträchtigen Platz. Wir wollen früh dort sein, damit wir nicht von den Busmassen und der Hitze erdrückt werden. Sechs Euro Eintritt und wir sind drin. Viele Steine. An manchen Stellen wird fleißig ausgegraben und geschaufelt. Die, die an der Uni Wien Archäologie studieren und man von weitem erkennt, die sind hier und überwachen das. Wir hätten uns einen Audioguide gewünscht. Außerdem finden wir, dass sich die Griechen um diese weltbekannte Stätte ein bisschen zu wenig kümmern. Ein paar Tafeln stehen herum. Aber zum Beispiel an der Stelle, an der das olympische Feuer auch heute noch entzündet wird steht nichts. Wir haben zufällig einen Reiseführer belauscht, der das seiner sehr interessierten Klasse erzählt hat. Gääähn!
Trotzdem einen Besuch wert, wir empfehlen es auch weiter. Hans, du kannst getrost hinfahren, es ist sehenswert. Dann ging‘s mit einem Zwischenstopp bei Lidl zurück zum Boot. Das Auto wurde einem Beladungstest unterzogen.




 
Als wir im Hafen um die Ecke biegen war es schon da, das Erste Kreuzfahrtmonster. 12 Stöcke hoch. Das höchste Haus in Katakolon hat drei Stockwerke. Wir haben Hunger und gehen in die Stadt. Die lebt plötzlich. Gestern war alles verschlafen und ruhig. Heute steppt der Bär. Jedes Geschäft hat offen. Und schon wieder: Ein Pelzgeschäft. Wer kauft hier Pelze? Wir nicht wir wollen Pita Essen. Das Kebap der Griechen. Das kleine Lokal ist darauf ausgerichtet sehr schnell zu servieren. Es ist das Stammlokal der Besatzung der MSC. Die wollen anscheinend Abwechslung. 80% der Gäste in verschiedenen Uniformen haben ein MSC Schild auf der Brust. Ein paar, so sind wir uns einig, arbeiten nicht mit Gästekontakt. Ihre Overalls sind auffällig schmutzig. Die ganze Stadt quirlt. Leider zieht das gequirlle auch bettelnde Kinder an. Das ist kein netter Anblick. Wir rätseln ob das organisiert, freiwillig, oder von den Eltern getriebenes Betteln ist. Wir diskutieren und glauben, dass es besser ist ihnen nichts zu geben.
Als das zweite Schiff, die Costa Magica im Anmarsch ist, denken wir an Kapitän Schettino und suchen das Weite.
Schöner Segelwind bringt uns zurück nach Zakynthos. Wir suchen uns eine Bucht, die zwar nett aussieht, aber nicht wirklich gut geschützt ist. So wird die Nacht eine Wackelei. Evi stört das nicht, sie fühlt sich wie in Mamas Schoß und mützelt sehr tief, nicht ohne den Großteil der Koje für sich zu beanspruchen.


Das Essen: Auberginen, Zucchinipfanne mit Salzkartoffeln, knapp bemessen, leider kein Nachschlag. Dazu Ouzo!


 


 

Monday, 26 May 2014

Ruhiger Segeltag


Am Abend wurde gekocht an Board der Sueno. Es gab Glasnudeln mit Hühnerfleisch und allerlei Gemüse. Sojasauce als ergänzende Würze. Sehr gut.

Wir blieben an Board und manchmal tröpfelte es und ein paar ziemlich starke Böen testen unseren Anker. Er hält. Dieser Bügelanker ist wirklich überzeugend. Bei fast jedem Ankeraufmannöver müssen wir einen ordentlichen Patzen Schlamm herunterkratzen. Das ist sehr beruhigend.

Heute hat mich Evi verlassen. Ich hab‘ mich gar nicht ausgekannt, als ich aufwachte. Wo ist sie? Über Bord gegangen? Von Schildkröten gefressen? Ganz friedlich schlummerte sie unter dem Sternenhimmel – so schien es. Sie war vor den Gelsen in der Kajüte aber vor allem vor meinem Schnarchen geflüchtet. Was natürlich nicht stimmt. Ich hab ihr noch eine Decke gebracht und bin wieder unter Deck verschwunden. Heute war sie dann den ganzen Tag müde.

Um acht Uhr lichten wir Anker und frühstücken bei langsamer Motorfahrt. Setzen dann die Genua und segeln ruhig dahin. Das Ziel haben wir geändert. Unser ursprüngliches war nur durch Kreuzen erreichbar und das wollten wir nicht.
 
 
Wir sind jetzt in Katakolon. Dem Ausgangspunkt für den Besuch der Stadt Olympia. Hier legen täglich zwei Kreuzfahrtschiffe an. Der Erste kommt um 11:30, der zweite um eins. Es stehen zirka 30 bis 40 große Busse auf dem riesigen Parkplatz. Die werden dann benötigt um die Besucher die 25 Kilometer zum Zeustempel zu karren. Ein so ein Riese ist gerade ausgelaufen als wir um die Ecke bogen und der zweite hat gewartet bis wir an der Mole festgemacht haben. Dann hat er sich mit einem lauten Tuuuuuuut verabschiedet. Jetzt ist es ruhig und friedlich nur die Vögel zwitschern. Ein paar Segelboote liegen mit uns hier am Kai. Morgen können wir beobachten was mit dem kleinen Städtchen passiert, wenn sich 6.000 Menschen darüber ergießen.
Wir haben uns ein Auto ausgeborgt und wollen morgen recht früh nach Olympia aufbrechen. Wenn wir schon da sind wollen wir das auch sehen.

Uns hat die Nachricht erreicht, dass Sandra und Helmut für den ganzen Freundeskreis überraschend geheiratet haben. Ihr Lieben, wir wünschen euch alles Gute und viel Harmonie in diesem neuen Abschnitt!
 
Und hier unser neues Lieblingsbier. "Fix". Ab jetzt kein Mythos mehr, das trinken nur die Touris, die Griechen trinken Fix. Wir trinken auch fix!
 

Sunday, 25 May 2014

Next time order less

Gestern Abend haben wir ganz schnell wieder einen Wirten unseres Vertrauens gefunden. Er hat uns nicht enttäuscht. Hier die Speisefolge:
Vorspeisen:
  • Auberginen mit Käse überbacken (die waren am besten)
  • Tsatsiki
  • Mixed salad
Hauptspeisen:
  • Stifado
  • Geschmortes Lamm
  • Garlic shrimps
  • Fried squid
Nachspeise keine mehr, wir waren satt und wollten kein Blatt. Als der Kellner abservieren wollte, lächelten wir ihn an und meinten "It was very good, but too much".
Seine kurze Antwort (mit einem Lächeln) :
"Next time, order less"
Ja, hatten wir so auch nicht gehört.
Nachdem wir noch zwei Ouzo und mit Honig gesüßten Raki bekamen, nehmen wir an, dass es ein Scherz war.




 
Heute haben wir uns entschlossen einen ganzen Tag Pause zu machen. Der Anker bleibt wo er ist und wir fahren mit dem Schlauchboot ans Land und machen einen ruhigen Tag.
In der früh bin ich ordentlich schwimmen gegangen. An Land haben die ganze Zeit Hunde gebellt und da wollte ich nicht laufen gehen. Also Schwimmbrille rauf und ab ins recht kühle Wasser, aber über 20 Grad. Und am Rückweg: Caretta Caretta, ich habe eine gesehen! Unter mir ist sie durch geschwommen. Ich hab' sie ein Stück begleitet bis sie sich umgedreht hat und mich angeschaut hat. Nachdem Evi gestern gesagt hat, dass sie aggressiv sind bin ich dann doch schnell davon geschwommen. Wer weiss wo die hin beisst. Leider habe ich kein Foto machen können.

 
Ja und hier sieht man die Ausbeute des Landausfluges von My und Jay: Eine Flasche Retsina. Eine "gefundene" Zitrone und ein Feigenblatt, das sie mir als Geschenk überreicht hat. Es ist sofort eine wilde Diskussion über die Größe dieses Blattes ausgebrochen, was dazu geführt hat, dass ich mich geweigert habe es zu tragen.
Heute wird an Board gekocht. Jetzt gerade pfeift der Wind mit 20 Knoten. Die Mädls wollen rausfahren. Wir nicht!

Saturday, 24 May 2014

Schildkrötensuppe

Isst man in dieser Gegend besser nicht. Wir sind in einer großen Bucht, die als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Manche Bereiche darf man mit dem Boot nicht befahren. In manchen nicht ankern und wir sind jetzt vor dem kleinen Ort Keri vor Anker. Abends wollen wir mit dem Dinghi in den Ort fahren und Essen gehen.
Zakynthos haben wir früh verlassen und leider mit dem Ruder eine Grundberührung bemerkt. Wir haben eine Stufe unter Wasser im trüben Hafensud übersehen. Das Ruder hat gescheuert und es ist etwas abgeplattelt. Hoffentlich nix schlimmes.
Am Meer gab's dann ein Frühstück mit Evi's Eierspeise. Die war gleich weg, kein Nachschlag. Am Weg zur Schildkrötenbucht haben wir Fischer beobachtet, wie sie ihre Netze im Kreis ausbringen und dann den Sack zu machen und sie wieder einholen.
Und da war sie dann plötzlich, die Schildkröte. Wie ein Rückenschwimmer in einiger Entfernung platschte sie herum. Sie hat richtig an der Oberfläche gespielt und sich herumgetrieben. Leider waren wir nicht nahe genug um zu fotografieren. In der Bucht selbst haben wir noch keine gesehen.
Heute ist es bewölkt deshalb sind die Farben auf dem Foto nicht so richtig griechisch, aber schön ist es trotzdem.


Musiktag ist angesagt. Die Gitarre wird ganz modern mit einer App gestimmt und dann wird losgelegt. "Blowin in the wind" oder "Father and son" wird zum besten gegeben. Erste Reihe fußfrei

Friday, 23 May 2014

Glückliche Vereinigung

Gestern Abend sind wir durch die Stadt geschlendert. Wir haben eine Taverne gefunden, die wir sofort zur Taverne unseres Vertrauens erklärt haben. Heute werden wir unsere Damen dorthin ausführen.
Hier wachsen die Kinder auf den Bäumen, man pflückt sie erst im Maturaalter. Auch eine Methode.

 
Eine Wäscherei haben wir auch gefunden. Da habe ich eine Sack Wäsche abgeliefert, heute am Abend ist sie fertig. Praktisch.

 
Ja und heute war früh Tagwache. Der Wecker war auf 7:15 eingestellt. Um 6:45 bin ich schon aufgewacht. So aufgeregt war ich, Jürgen war auch schon auf. Noch einmal schnell reine machen das Schiff ein bisschen putzen und dann mit dem Taxi zum Airport.
Die Rosen in unseren Händen haben die vielen Damen von den Reisebüros sehr lustig gefunden. Sie meinten, dass das doch nicht notwendig gewesen wäre. Die sind aber für unsere Schatzis. Und dann ging die Schiebetüre auf und sie waren da! Sehr schönes Gefühl.
Zurück zum Schiff, Gepäck ausladen, in die Stadt Kaffee trinken, zurück aufs Schiff und auspacken und noch Sachen machen.
Am Nachmittag waren wir einkaufen und eine Kleinigkeit Essen. Dann war Chiltag mit schwimmen und ausruhen.
Jetzt gehen wir Essen. Morgen fahren wir um die Ecke, zum Schildkrötenstrand.
Und hier ist der Beweis, dass sie da sind, die Mädls.
 

Thursday, 22 May 2014

Behördenwege


Heute war Behördentag. Gestern haben wir uns vom Marinero genau erklären lassen, wie wir zu unserem Dekpa (oder so ähnlich heisst das Endprodukt, das ist ein Zettel, den Schiffe benötigen, wenn sie in Griechenland einreisen) kommen. Ganz mühsam erklärte er uns genau bei welchem Cafe wir vorbeigehen müssen, in den zweiten Stock Zimmer 7 links hinten, dann zur Kassa, dann zurück abstempeln usw. Das hat gedauert. Er hat uns auch einen Zettel in die Hand gedrückt darauf stand in griechisch, was wir nicht lesen konnten, der Name des Formulars und sonst eigentlich nix. Ein Schaszettel also.
Zuerst sind wir in ein offiziell aussehendes Gebäude gegangen, in den zweiten Stock. Die Blicke die uns trafen wurden immer fragender. Bis wir vor einer Gruppe Damen standen, die sich mit tausenden Wahlzetteln für die EU Wahl abmühten. "Wir wollen bitte die Tax einzahlen. Sind wir hier richtig?" Tax, was ist das? Steuer, Tax Office, nie gehört. So was unanständiges macht man nicht, hier in Griechenland. Aber die Dame war sehr freundlich. Unser Marinero hat uns eine Karte gegeben. Sie rief in auf grieschische Behördenkosten vom Diensttelefon an und fragte ihn, was die beiden aus Austria denn wollen. Achso, Tax zahlen, im Tax Office na klar, warum wir das nicht gleich gesagt hätten, nein da sind wir falsch. Die Strasse runter, dann rechts bis zur Piräus Bank, dann links, zum Cafe Lobo durch den .. wie heisst denn das auf Englisch, Arc, Bogen, dort durch, dritte Tür Links, zweiter Stock - das kam uns bekannt vor. Wir haben es auch rasch gefunden.
Das Stiegenhaus war so niedrig, dass sich Jürgen bücken musste. Zweimal Fragen und wir standen vor der Dame, die kein Wort Englisch sprach. Was nun, ein Dolmetscher ruft ihr von hinten Instruktionen zu. Steuernummer will sie. Eine griechische. Aha, woher sollen wir die nehmen? Jürgen hat sich gemerkt, dass bei dieser Frage die Passnummer anzugeben ist. Gesagt getan. Unsere Passnummer ist jetzt eine griechische tax number. Wir haben dann 29,75 am Zahlschalter eingezahlt und trotzdem dem wir unser bestes griechisch und zwei Lächeln eingesetzt haben bekamen wir keins zurück. Wir sind hier auf einem Amt, da wird nicht gelächelt (Entschuldige Alex, ist eh' nur auf griechischen Ämtern so).
Stolz halten wir den Zahlungsbeleg mit drei Stempeln und zwei Unterschriften in Händen.
Auf zur Port Police.
Auch Jürgen hat schon einiges an griechisch gelernt und grüßt den Polizeibeamten mit einem herzlichen Jamas. Kaum ausgesprochen hat er auch gleich selbst gemerkt, dass er dem streng schauenden Beamten gerade zugeprostet hat. Der schickt uns um die Ecke in den ersten Stock. Wir können uns beim verlassen fast nicht halten vor lachen.
Der Rest geht dann recht einfach. Ein handgeschriebenes Formular, das nicht oft das Tageslicht in Zakynthos erblickt. Wir seien wirklich von Italien direkt nach Zakynthos gesegelt und nicht vorher einen anderen griechischen Hafen angelaufen? Nein, beide schütteln mit ernster Miene den Kopf. Wir haben uns vorher für diese Variante entschieden anstatt zu erklären, dass der Polizist in Korfu uns weggeschickt hat, weil die Taxoffice zu hatte.
Juhu, das Dekpa ist in unserem Besitz. Wir sind uns einige, dass wir es nie wieder brauchen werden und kein Hahn danach krähen wird. Wurscht, wir wollten es wissen.

Nächster Halt, SIM Karte. Zuerst ins Vodafon shop. Keine SIM Karte lagernd, aber sie haben das beste Netz. Nächster Shop. Haben alles da, aber 20 Leute vor uns. Nach 15 Minuten schleichen wir uns. Nächster Shop WIND. Dort bekommen wir die SIM Karte für das Internetz. Bei Vodafon hätten wir 15 Euro SIM und 30 Euro für 5 GB berappt. Bei Wind haben wir 9,90 bezahlt. Für die SIM und 6 GB für 30 Tage. Wir sind uns sicher, der hat sich geirrt. Auf der Verpackung stand 14,90 SIM. So haben wir 75% unseres gestrigen Tankverlustes wieder wettgemacht.

Jetzt wird es schön langsam ziemlich heiss. Wir sind zurück am Schiff und beginnen zu putzen. Morgen ist Hasi und My Tag, alles muss blitzen.

Ich bin heute die Strecke zum Flughafen gelaufen als Test, damit uns der Taxler morgen nicht bescheisst.

Das Lokal für heute Abend haben wir auch schon gefunden. Nette griechische Taverne.

Den heutigen Cappucino bekamen wir mit einem Herz aus Schokolade serviert. Die Kellnerin hat  verneint, als wir sie fragten ob das Herz von ihr für uns sei. Sie kicherte und meinte der Barjunge hat's gemacht. Als wir uns umdrehten zwinkerte er uns zu. Wir haben ein bisschen schneller als sonst den Kaffee getrunken und das Weite gesucht.

Wednesday, 21 May 2014

Yihaaaa we are there

Gemeinde, wir sind in Zakynthos. Am Anfang dachten wir noch: locker, null problemo, nach einer Woche waren wir schon ein bisschen unentspannter und nach zwei Wochen dachten wir, oje oje das wir knapp. Und wenn da nicht der Höllenritt von Montenegro nach Korfu gewesen wäre, dann hätten unsere Mädels hier ein bisschen warten müssen.

Was ist heute denn passiert? Wir sind früh los von Fiskardo. Wir lagen direkt unter der Taverne Niklos. Von der haben wir schon in unserem Führer gelesen. Als wir gestern anlegten kam ein freundlicher älterer Mann (noch älter als wir) und half und sehr zuvorkommend. Sein Palstek mit einem halben Schlag war sehenswert, argwöhnisch habe ich ihn kontrolliert. Das hat er gemerkt und in bestem Deutsch bemerkt, dass er neun Jahre lang zur See gefahren ist. Es war Niklos him self. Er lud uns in seine Taverne ein, diesem Ruf sind wir dann nicht gefolgt. Wir hatten schon gegessen.
Also, ganz zeitlich, so um acht, alles schläft noch fahren wir schön langsam die Straße von Ithaka entlang. Dort wo Odysseus gelebt hat. Ein paar Stunden lang haben wir Zeit uns vorzustellen, wie Odysseus bei seiner Rückkehr den Freiern seiner Frau Penelope zeigte wo der Bartl den Moscht holt. Er alleine konnte den Bogen spannen. Gemeinsam mit seinem Sohn Telemachos erschoss er alle Freier mit dem Bogen. War das wirklich so?

War Odysseus wirklich auf Irrfahrt? Kam er wirklich bei den Sirenen vorbei? Mussten ihm seine Mitreisenden Wolle in die Ohren stopfen? Ja, so ähnlich ging es mir auch, glücklicherweise gibt es eine App, die Jürgens Gitarre stimmt, da geht’s dann besser.
So verbrachten wir ein paar Stunden in Gedanken an diesen Helden als uns das Platschen eines Fisches aufschreckt. Nur Platsch, kein Schnaub, nanu was ist denn das? Dreimal sahen wir ihn, den Schwertfisch. Zirka einen Meter groß sprang er in die Luft. Ein bewegend Ereignis. Sahen wir beide noch nie.

Dann frischte der Wind auf und wir zischten mit sechs Knoten Richtung Ziel.
Zakynthos ist eine laute Stadt. Der Hafen ist groß, wir haben noch einen Platz am Ende der Mole ergattert. Der Marinero war freundlich aber bestimmt und wollte uns die Behördenwege gegen ein kleines Bakschisch abnehmen, nicht mit uns, wir machen das selbst. „One Euro saved is one Euro earned!“ – Mittlerweile auch meine Devise, doch auch hier kam alles anders. Wir mussten tanken, die Nadel stand schon weit unter halb. Also warum nicht den freundlichen Menschen am Kai Vertrauen schenken und dem Mann mit dem Tankwagen bitten unseren Tank zu füllen. Gesagt getan. Jürgen wollte noch den ersten Schwall aus dem Tank mit dem Mr. Funnel Trichter prüfen. Der Tankmann warnt noch „lot of pressure“, doch zu spät, Jürgen dreht am Hahn und eine Ladung Diesel übergießt sich über ihn. Er nimmt‘s gelassen und steht dieselüberströmt mit dem Trichter in der Hand da und versucht den Diesel in den Tank zu bekommen.

Davor raunt mir Jürgen noch zu, „schau ob er auf null stellt“. Ich renne hinter den Wagen und er zeigt mir großzügig, „look, reset to zero“. Dann folgt der Schwall, ich bin unachtsam und der Tankmann hantiert beim Zählwerk. Als ich es bemerke und zu ihm laufe ist es zu spät. Drei Liter sind im Tank und 23 Liter werden angezeigt. 1,4 Euro pro Liter, 30 Euro Extrabonus für den Tankmann. Tja, wieder was gelernt. Trau schau wem!
Dafür liegen wir hier sicher im Hafen und haben gut zu Abend gegessen. Den morgigen Tag haben wir mit einem Behördenweg und den Vorbereitungen für unsere Mädels geplant. Waschen, rasieren, aufräumen, das Boot putzen usw.

Morgen sind sie da, unsere Mädels. Wir berichten von der „Grande explosione“ aber keine Details!
Und das ist der Blick auf Ithaka, die Heldeninsel.


Bei der Einfahrt nach Zakynthos rauschten wir mit 6 Knoten bei raumen Wind durch die Wellen.
 
Und das ist das Auto von unserem Tankmann, vielleicht tankt ja noch jemand anderer und ich kann ihn dabei beobachten, aber was dann?


Tuesday, 20 May 2014

Adonis und Poseidon

Gestern Abend haben wir noch mit wunderbarem Blick auf die Bucht gespeist und sind dann mit dem Dinghi wieder zurück aufs Boot.
Heute morgen war Sport angesagt. Jürgen ging auch mit laufen. Dazu mussten wir aber die ca. 300m ans Land überwinden. Dinghi? Nein, also das Laufgewand in den wasserdichten Sack gepackt und dann pudelnackert ans Land geschwommen. Dort sind wir dann wie Adonis und Poseidon dem Meer entstiegen, naja vielleicht ein bissi übertrieben. Poseidon hat einen Dreizack und wir nur zwei kleine Zacken.
Sehr schön und hügelig war der Lauf durch Parga. Am Schluss haben wir uns im Hafen mit Croissant und Cafe verwöhnt. Das zurückschwimmen war dann nicht ganz so prickelnd weil wirklich kalt. Aber es blieb nichts anderes übrig. Ich habe Jürgen vorgeschlagen, dass wir Schnick Schnack Schnuck ohne Brunnen spielen, wer rüber schwimmt und den anderen mit dem Dinghi holt. Er wollte aber nicht. Von dieser ganzen Aktion gibt's leider keine Bilder, schade ich weiss.
Ein lustiges Bild muss ich wegen fehlender Kamera auch verbal nachliefern: Auf einen klitzekleinen Sessel stand ein Schíld. Darunter stand eine Flasche mit vermutlich Öl in einer alten Wasserflasche, so sagt das Schild. Neben dem griechischen Text, den ich nicht verstehe stand darunter: "Oil for sail" Na, das wär doch was für uns.
Dann mussten wir mal ein bisschen Wäsche machen. Das Boot schaute dann aus wie ein italienischer Balkon.

Das nächste Foto schaut unspektakulär aus war aber ziemlich knapp.

Sonst war es ein sehr schöner Segeltag. Raume Winde mit bis zu 16 Knoten ließen uns über 50 Seemeilen weit kommen.
Wir liegen jetzt auf Kefaloina in Fiskardo vor Anker. Die Bucht mit den meisten Segelschiffen, die wir bisher gesehen haben. Eine ganze Flottille. Das sind Gruppen, die gemeinsam mit dem Segelboot von Ort zu Ort ziehen. Hoffentlich fahren sie morgen nicht nach Zakynthos. Habe ich es schon erwähnt, dass uns am Freitag unsere Schatzis für eine Woche besuchen kommen.
Also dann, Yamas!

Monday, 19 May 2014

Slowly, very slowly

Das war ein langsamer Tag, sehr langsam. Kein Wind. Und allzu viel motoren wollten wir dann auch nicht.

Ich bedanke mich sehr herzlich für all die lieben Geburtstagswünsche. Darf ich das bitte pauschal machen? So viele SMS sind zu teuer :-)

Ein sehr schönes Geburtstagsgeschenk hat mir Jürgen gemacht. Ein Buch von Weltumseglern eingepackt in die Montenegrische Flagge und mit einer lieben Widmung versehen.

Ich hab's gleich zu lesen begonnen. Allerdings ging's mir wie immer mit den Bücher, drei Seiten und ich war im Land der Träume!

Beim dahintümpeln haben wir dann noch beim Anker was repariert. Jetzt geht er wieder wie neu.
 
Fisch hab' ich wieder keinen gefangen. Bemüht hab' ich mich. Mehrmals den Köder gewechselt aber leider nix, nicht einmal ein Sackerl.
So sind wir schön langsam am Südende von Korfu vorbei, dann an Paxos und Antipaxos. Jetzt sind wir am griechischen Festland, in Parga und schauen von der Taverne auf die Sueno.

Morgen gibt's angeblich ein bisschen Wind, wir werden sehen und berichten.
Heute hat das Wasser erstmals die magische Grenze von 20 Grad überschritten, es war kaum auszuhalten.
Mittlerweile sind wir ein eingespieltes Team. Anker und Anlegemannöver funktionieren perfekt.
Nur manchmal vergisst man halt etwas. Wir sind mit dem Dinghi an Land gegangen und dann erst drauf gekommen, dass wir das Ankerlicht vergessen haben. Jetzt müssen wir schneller essen und dann wieder auf's Schiff zurück.
 
Jürgen hat ein nettes Video von den Deflinen gemacht. Hier ist es: