Monday, 2 June 2014

A so a schiache Stodt

Um acht Uhr früh lichten wir den Anker. Er klemmt ein bisschen zwischen ein paar Felsbrocken, wir bekommen ihn aber rasch frei.
Das Ziel, Kalamata ist schon in Sicht. Am oberen Ende der Bucht es Ersten Fingers am Peloponnes. Es sind eigentlich nur 15 Seemeilen, wenn da nicht der Wind genau auf die Nase bliese. Also werden es knapp 30 Meilen bis zum Ziel, dafür aber bei tollem Segelwind. Die Logge zeigt ein paar mal 8 Knoten, das glauben wir ihr aber nicht, sie will uns wahrscheinlich nur für die doppelte Fahrtstrecke versöhnen.
Unlängst haben wir auf einer italienischen Motoryacht ein riesen Basilikum gesehen. In einem Tontopf, ein richtiger Buschen. Wir haben es Basil nicht gesagt. Und als er, wie jeden Morgen nach draußen wollte, haben wir ihm vorgeschwindelt, dass heute zu starke Sonne ist und dass das nicht gut für ihn sei.

Kalamata hat eine richtige Marina. Strom, Wasser, Duschen alles was man braucht. Sogar ein Internet, das nicht funktioniert, gibt es hier, wir haben wieder unser eigenes benutzt.

Am Nachmittag haben wir einen Spaziergang in die Stadt gemacht. Eine Stadt, deren Zentrum nicht in Hafennähe liegt. Eine hässliche Stadt. Kein Tourismus, am Nachmittag wie ausgestorben.

Am Abend wollten wir Essen gehen. Jetzt kennen wir schon den Weg und ersparen uns den nachmittägigen Umweg. Die Stadt ist zum Leben erwacht. Frohen Mutes suchen wir ein Restaurant, finden aber keines. Das gibt's doch nicht. Eine ziemlich große Stadt und kein einziges Restaurant. Nur Cafes, Bars und Fastfoodlokale. Die liefern auch alle aus. Burgers, Pita und Crêpes. So eines wird es dann auch, wir haben Hunger. Ein guter Beefburger mit Pommes und ein Bierchen dazu. Das Bier am Stadtrand kosten 2,30. Guter Preis

Danach schmeissen wir uns ins nightlife und suchen uns ein Internet. Dort kostet das Bier dann 5 Euro. Sehr stolz. Ich wusste nicht, dass in Österreich 2% der Bausumme von öffentlichen Gebäuden für Kunst genutzt werden muss. Hier scheint es ähnlich zu sein, anders können wir uns solche Werke nicht erklären. Was könnte das wohl sein und darstellen?
So schaun Palmen aus, wenn man sie nicht pflegt. Dafür gibt es an jeder Ecke Zitronenbäume.
Auch das können wir uns nicht erklären. Was denn jetzt?
Diese blauen Wimmerl auf den Polizeiautos habe ich schon lang nicht mehr gesehen. Hier gibt es sie noch, genauso wie einen BMW 1800 und einen Opel Ascona B.
 
Wir sind ja hier in Kalamata, weil zirka 100 Meilen südlich ein Tief mit sehr starkem Wind vorbeidüst. Dieses Tief brachte in der Nacht Regen und mit dem Regen ordentlich Sand aus der Sahara. Das Schiff war heute früh mit einem rotem Schleier überzogen. Das beschert uns einen Zusatztermin, Boot waschen.
Der freie Tag wird aber nicht etwa zum chillen verwendet, nein es wird gebastelt. Ein automatischer Bilgeschalter muss eingebaut werden.
 
 
 
 
 

Sunday, 1 June 2014

Fotoshooting


Heute waren wir beide laufen. Leider geht’s da überall ziemlich bergauf. Ich besuche beim Laufen auch gerne Friedhöfe. Hier gibt’s einen mit super Meeresblick. Noch nie gesehen habe ich, dass so eine Art Briefkästen hinter jedem Grab stehen. Was da drin ist habe ich nicht herausgefunden. Außerdem sind auf allen Gräbern Fotos der Verstorbenen. Alles hinter Glas in einem Marmorstein eingearbeitet.
Um 10 gings weiter. Wir haben die ruhige Bucht für ein Fotoshooting genutzt. Einer war im Dingi, der andere segelte vorbei und wurde fotografiert. Guter Wind und keine Welle.


Die erste Stunde danach mussten wir motoren. Dann frischte der Wind wieder auf. Keine Welle, zwischen den Inseln durch. Ein türkischer Turm ragt aus einer Festung. Die Türken hatten hier großen Einfluss. Sie haben aber auch öfters eins auf die Mütze bekommen. Zuletzt zirka 1825 von einer britisch, russisch und französischen Allianz genau in dieser Bucht, in der Bucht von Navarinou.

Ein wirklich schöner Segeltag bringt uns mit bis zu 8 Knoten (das musste gefeiert werden) nach Koroni. Da ankern wir und gehen mit dem Dingi an Land. Auch hier hat die Saison das Urlaubsörtchen noch nicht erfasst. Mehr als die Hälfte der Tische bleiben frei. In der Schule (heute ist Sonntag) wird Sirtaki gelernt. Wir schauen fasziniert zu.
Das Essen:
Zu Mittag gibt es Salat. Thunfischsalat mit fast frischem Brot.
Am Abend Essen wir bei Floisvos, dem mit dem schlechten Internet aber gutem Souvlaki. Wir suchen uns jetzt noch ein besseres Internet, damit ich den Blog posten kann.

 

Saturday, 31 May 2014

So richtig griechisch

Das ist vielleicht ein nettes Städtchen, dessen Namen ich mir nicht merken kann. Fast kein Tourist treibt sich herum. Nur Einheimisches Treiben. Heute, Samstag war Markt. Obst, Gemüse, Blumen, Gewand. Aber auch Hühner und lebende Ferkel werden verkauft. Mitten am Markt macht ein Souflaki Grill großes Geschäft. Kein Platz ist frei. Uns bleibt nur ein Souflaki to go. Wir setzen uns in ein Cafe und genießen den kühlen Wind in den Gassen. An Board war es schon richtig heiß - wie viel Grad hat es in Österreich noch mal?
Wir bewundern auch die Farben, das blau des Meeres, der Kirchen und des Himmels. Der genaue Schauer erkennt links hinter der Kirche die Sueno.



Das war der Blick von unserem Liegeplatz auf die Stadt.

Um eins gings weiter. Nach einer Wetterbesprechung, die für Dienstag starken Wind vorhersagt. Wir wollen ab Montag Mittag geschützt liegen. In Kalamata. Deshalb fahren wir heute bis Pilos, zirka 30 Meilen. Guter Wind mit ein bisschen einer lästigen Welle bringt uns gut voran.
Jürgen hat beim Lidl bereits panierte Schnitzel gekauft. Die soll es heute Abend geben. Natürlich nicht ohne Erpflsalod. Das Erpflkochen und schälen bei Seegang ist ein bisschen eine Herausforderung. Aber doch etwas besonderes.

Und das ist Pilos in einer recht gut geschützten Bucht. Schon wieder alles voll, aber weiter drin in der Marina finden wir einen super Liegeplatz wo sich die anderen anscheinend nicht hingetraut haben. Zum Teil liegen sie schon am Dreierpackerl. Alte bekannte sind auch dabei. Die Briten, die schon in Katakolon neben uns lagen, der Amerkikaner von Gestern, die deutschen aus Zakynthos. Ein ganzer Tross scheint sich Richtung Süden zu bewegen.


Ja und hier ist es, das Wiener Schnitzel. Nicht schlecht, aber auch nicht so gut wie selbst paniert. Das können wir Ösis doch am besten.

Jetzt gehen wir noch nach Pilos down town und werden uns das Städtchen ansehen.
 
Liebe Gemeinde: Wir bemühen uns sehr euch zu unterhalten und ein bisschen Abwechslung im Alltag zu bieten. Man hört, dass manche schon unsere Menüs nachkochen. Dafür würden wir uns aber auch ein bisschen mehr Kommentarfreude erwarten. Wir schauen jetzt schon ein paar Tage lang rein ohne einen einzigen Kommentar. Also bitte: kommentiert, nicht alle zugleicht, schön hintereinander, jeder der das liest ein mal, dann sollten wir bis zum Ende der Reise ein paar zusammenbringen.


Friday, 30 May 2014

Wir ham nix gmacht II

Heute war Abschiedstag. Um 6 Uhr hat der Wecker gebimmelt. Einmal noch kuscheln, einmal noch drücken. Die Taschen sind gepackt. Ohne Frühstück geht es in leicht gedrückter Stimmung Richtung Taxistand. Glücklicherweise haben die Koffer Radln.
Am Flughafen wird rasch eingecheckt und dann noch ein Kaffee getrunken. Dann heißt es Abschied nehmen. Die Woche ist schnell vergangen, viel zu schnell. Wir hatten schönes Wetter und viel erlebt. Dann waren sie weg, die Mädls.
Es war erst halb acht und der Lidl, der quasi am Weg liegt sperrt erst um 8 auf. Also auf Schusters Rappen geht's die schöne Flughafenstrasse entlang. Vorbei an kläffenden Hunden, die die Firmen am Weg bewachen, an der emsigen Feuerwehr und so manchem Kunstwerk. Dieses hat uns besonders gefallen.
Beim Lidl haben wir dann fest eingekauft. Das Wagerl bis an den Rand gefüllt. Am Flughafen haben wir uns eine Taxinummer geben lassen. Das hat wunderbar geklappt. Der freundliche Taxifahrer hat uns noch den selbstgemachten Wein der Straßenstandlerin empfohlen. Zwei Euro für eineinhalb Liter in der Plastikflasche. Sehr sehenswert. Wir vertrauen ihm blind und machen ihn zum Taxler unseres Vertrauens. Am Nachmittag haben wir dann einen Schluck gekostet. Also wir trinken schon einiges, aber das war nicht zu machen. Kurz überlegten wir es dem Poseidon zu spenden, das verwarfen wir wieder, was tun wenn er den Schwindel bemerkt, dass wir ihm Fusel unterjubeln wollen.
Ein älterer Mann hatte offensichtlich Mühe seinen Einkauf einzuladen und hat sich so ein bisschen Erleichterung geschaffen. Er hat ihn immer dabei, den Sessel.
Dann ging's rasch. Einkauf bunkern, Boot ein bisschen putzen und los, gen Süden. Der Wind bläst aus der richtigen Richtung. Nur mit der Genua und dann mit dem Blister rauschen wir dahin. Das Tagesziel ist Kiparissia. Dann war er plötzlich weg der Wind. Am Himmel ziehen dunkle Wolken auf und wir sehen Regenschwaden auf uns zukommen. Das wird doch nicht uns erwischen? Zu früh gefreut. Wir mussten wirklich das schwere Regengewand anziehen und über eine Stunde im Regen segeln. ABER WIR HAM NIX GMACHT, warum gibt's jetzt wo die Mädls weg sind Regen und davor die ganze Woche Sonnenschein? Dafür war der Wind dann wieder da.
Nach einiger Zeit klarte es auf, der Wind frischte auf und mit einer groben Welle von achtern ging es rasch ans Ziel.
Es wurde dann wieder wärmer (ich habe gehört, dass es in Wien heute 9 Grad hatte, Brrrr, ihr armen)
Das Essen: Heute ging es Evi's Dori an den Kragen. Also an den Kragen ging es ihr schon gestern. Heute musste sie noch geschuppt werden und dann wurde sie in der Pfanne gebraten. Zweimal kurz angebraten, Salat dazu, fertig. Sehr schmackhaft. Natürlich viel zu wenig für zwa Mannsbüda.
Aber trotzdem danke Hasi, für den guten Fisch, eine Dorade (Goldbrasse)
 
Abendessen Schinkenfleckerl, mit Nachschlag, wie es sein soll.
Das ist Kiparissia. Unser Segelführer meint, dass man in der Vorsaison am Steg längsseits gehen kann, weil da genug Platz ist. Ja, das dachten die anderen auch und haben alle Plätze belegt. Wir liegen vis a vis an der Mole, ganz alleine und fürchten uns aber nicht.
 
 
 
 
 
 

Thursday, 29 May 2014

Blue cave

Heute gingens wir wieder gemütlich an. Gefrühstückt an Board. Sehr frisches Brot aus dem Supermarkt. Ich war laufen, ganz schön bergig. Bis zum Leuchtturm. Dort sind die Höhlen, also nicht weit mit dem Boot, das wollen wir sehen.
Ab 10 Uhr brechen die Bootsvermieter auf und fahren ihre Passagiere zu den Höhlen. Wie wird das dort sein? So wie in Kroatien, wo die Einheimischen sich nicht um ihre Attraktion bringen lassen und fremde Dingis verscheuchen?
Evi fängt noch weiter Fische, ich verschone sie, mehr sag ich nicht.
Die blauen Höhlen sind wirklich nicht weit und wir machen uns mit dem Dingi auf sie zu erkunden. Zwei bleiben an Bord, die anderen beiden fahren in die Höhlen hinein und durch die Bögen durch. Sehr schönes blaues und grünes Wasser spiegelt sich im Sonnenlicht. Die Ausflugsboote sind zahlreich, lassen uns aber in Ruhe, keine Probleme. Sehr sehenswert und zu empfehlen. In manche Höhlen kann man hineinschwimmen. Das lassen wir aus, der Wind wird zu stark.



 
Danach bringt uns Raumer Wind nur mit dem Groß und einem griechischen Salat zurück nach Zakynthos.
Das Olivenöl haben wir nebst Eiern, Zitronen und Rosinen von einem alten Mann an der Mole gekauft. Er kam mit seinem dreirädrigen Tuck Tuck, das man mit der Hand anstartet. So wie einen Rasenmäher, nur muss man die Schnur selbst herumwickeln. Nach einem kräftigen Ruck fängt das alte Ding zu spucken und zu rucken an und bringt den alten Mann und seine Ware zum nächsten Boot. Dimitri bekommt auch Rosinen als Provision, weil er dem polnischen Boot neben uns den Wein vom alten Mann empfohlen hat.
Neben uns liegen Franzosen, die den Landstrom nutzen um im saubersten Hafen, den wir seit Beginn unserer Reise angelaufen haben, mit einer Ladung aus ihrer Waschmaschine zu verschmutzen. Sie verstecken sich dabei unter Deck nach dem Motto: Wenn mich keiner sieht, kann mich keiner schimpfen.
In Zakynthos haben wir noch ein Anlegemanöver bei fast 20 Knoten Wind gefahren. Eigentlich können wir das schon recht gut. Doch die Sorge des Italieners zu linken (der vor einer Woche auch schon da lang) und des deutschen auf der anderen Seite brachte ordentliches Wirrwarr in die Sache. Anweisungen von bis zu fünf Personen gleichzeitig führten zu über kreuz liegenden Leinen bis wir dann doch sicher vor Anker an der Mole lagen. Ein kleiner österreichischer Marillen Bailloni hat's wieder gut gemacht. Deutsch - österreichische Freundschaft. Dem Italiener haben wir nix gegeben, der war zu unfreundlich.

Tja, und was soll ich sagen, heute ist Abschiedstag. Morgen fliegen unsere Damen wieder heim. Wir führen sie heute noch einmal schick zum Essen aus.

Wednesday, 28 May 2014

Fishing Day

Von unserer Bucht - wir haben sie Wackelbucht getauft - sind wir nach einem guten Frühstück ausgelaufen. Richtung Norden. Schöner Segelwind, der sich dann auch noch zu unseren Gunsten drehte brachte und rasch nach Agios Nikolaos.
Das ist ein liebliches und überschaubares Dörfchen oder eigentlich eine Ansammlung von Häusern - oder eigentlich Tavernen.
Alle leben vom Tourismus. Die in der Nähe liegenden Blue Caves und das Ship wreck werden mit Booten besucht. Die Kunden für die Boote werden unter anderem hier geworben.
Schon beim einfahren in den Hafen winken zwei Griechen um die Wette. Einer will uns längsseits, ganz alleine an der großen Mole (im Hafenhandbuch steht Fähre), der andere zwischen drei Segelbooten. Wir funken den Hafenmeister an. Der rührt sich nicht aber einer der beiden fängt zu laufen an, er hat uns gehört. Es ist Dimitri. Seines Zeichens: Segelschiffplatzeinweiser, Ausflugsschiffbesitzer, Ausflugschifffahrer, Tavernenmitbesitzer, Tankstellenpächter, Supermarktbeteiligter, Taxivermittler und die anderen sieben Jobs haben wir uns nicht gemerkt. Aber sehr freundlich. Alles gratis. Anlegen, Strom, Wasser. Wir sind dann aber schon zu ihm Essen gegangen. Sehr gut war das. Die Damen hatten Dorade ich Squid und Jürgen Souvlaki.
Davor war Fishingtime. Mit der kleinen Angel haben wir im Hafen unser Glück versucht. Das Wasser ist glasklar und lädt zum schwimmen ein. Und da, da ist er, mein erster Fisch. Nicht allzu groß aber immerhin!
Hier der Beweis:

 
Ja und dann wollte Evi unbedingt auch fischen. Sie hat dann gleich drei kleine Fische und eine wirklich schöne Dorade gefangen. Die habe ich heute zum Speisen vorbereitet.
Naja, ich hab dann den ganzen Abend nicht mehr mit ihr gesprochen. (Stimmt nicht, nur ein Scherz)
 
 Im Schatten von schönen Feigenbäumen parken die Besucher von Höhle und Schiffswrack ihre gemieteten Autos. Griechen stehen hier nicht unter den Bäumen. Aber nicht weil die Bäume keinen guten Schatten spenden oder irgendwelche pickigen Früchte oder Blüten fallen lassen, nein hier sind es freche Ziegen, die das Auto als Leiter benutzen um an die Blätter zu kommen. Ich wollte das schnell fotografieren. Beim annähern verschwinden die Ziegen aber sofort, sie wissen, dass sich das nicht gehört. Wenn man genau schaut, sieht man die Ziege am Dach.

 
Eine Unterwasserkamera haben wir auch. Das ist aber keine Caretta Caretta

 
 

Tuesday, 27 May 2014

Olympisches Fieber


Um sechs wollte ich aufstehen um laufen zu gehen. Wir wollen um halb acht los nach Olympia. Mit unserem Raumwunder Peugeot 107. Viertürer, Kopffreiheit ohne Ende und ein geräumiger Kofferraum – oder so ähnlich.
My und Jay haben ihn gestern noch getestet und sind dabei in eine Schafsherde geraten.
 
 
Leider habe ich beim Laufen keinen Fotoapparat mit. Am wunder schönen Sandstrand steht ein ziemlich klappriger Pickup. In der Nähe riecht man, dass es Äpfel sind, die in Kisten auf den Verkauf warten. Davor steht, was ist das? Ein 90x180er Bett. 40 cm hoch. Passt eigentlich gar nicht auf das kleine Auto. Das Bett ist genau Richtung Sonnenaufgang ausgerichtet und darauf, unter einer dicken Decke liegt der Gemüseverkäufer und schnarcht. Nur eine Zehe schaut heraus. Ein sehr lustiger Anblick. Leider muss ich mir beim Laufen wieder einen „Der tuat nix“ Stock suchen. Frei laufende, bellende Hunde machen das notwendig. Der Stock hält sie ab.

Und dann geht’s los zu diesem Geschichtsträchtigen Platz. Wir wollen früh dort sein, damit wir nicht von den Busmassen und der Hitze erdrückt werden. Sechs Euro Eintritt und wir sind drin. Viele Steine. An manchen Stellen wird fleißig ausgegraben und geschaufelt. Die, die an der Uni Wien Archäologie studieren und man von weitem erkennt, die sind hier und überwachen das. Wir hätten uns einen Audioguide gewünscht. Außerdem finden wir, dass sich die Griechen um diese weltbekannte Stätte ein bisschen zu wenig kümmern. Ein paar Tafeln stehen herum. Aber zum Beispiel an der Stelle, an der das olympische Feuer auch heute noch entzündet wird steht nichts. Wir haben zufällig einen Reiseführer belauscht, der das seiner sehr interessierten Klasse erzählt hat. Gääähn!
Trotzdem einen Besuch wert, wir empfehlen es auch weiter. Hans, du kannst getrost hinfahren, es ist sehenswert. Dann ging‘s mit einem Zwischenstopp bei Lidl zurück zum Boot. Das Auto wurde einem Beladungstest unterzogen.




 
Als wir im Hafen um die Ecke biegen war es schon da, das Erste Kreuzfahrtmonster. 12 Stöcke hoch. Das höchste Haus in Katakolon hat drei Stockwerke. Wir haben Hunger und gehen in die Stadt. Die lebt plötzlich. Gestern war alles verschlafen und ruhig. Heute steppt der Bär. Jedes Geschäft hat offen. Und schon wieder: Ein Pelzgeschäft. Wer kauft hier Pelze? Wir nicht wir wollen Pita Essen. Das Kebap der Griechen. Das kleine Lokal ist darauf ausgerichtet sehr schnell zu servieren. Es ist das Stammlokal der Besatzung der MSC. Die wollen anscheinend Abwechslung. 80% der Gäste in verschiedenen Uniformen haben ein MSC Schild auf der Brust. Ein paar, so sind wir uns einig, arbeiten nicht mit Gästekontakt. Ihre Overalls sind auffällig schmutzig. Die ganze Stadt quirlt. Leider zieht das gequirlle auch bettelnde Kinder an. Das ist kein netter Anblick. Wir rätseln ob das organisiert, freiwillig, oder von den Eltern getriebenes Betteln ist. Wir diskutieren und glauben, dass es besser ist ihnen nichts zu geben.
Als das zweite Schiff, die Costa Magica im Anmarsch ist, denken wir an Kapitän Schettino und suchen das Weite.
Schöner Segelwind bringt uns zurück nach Zakynthos. Wir suchen uns eine Bucht, die zwar nett aussieht, aber nicht wirklich gut geschützt ist. So wird die Nacht eine Wackelei. Evi stört das nicht, sie fühlt sich wie in Mamas Schoß und mützelt sehr tief, nicht ohne den Großteil der Koje für sich zu beanspruchen.


Das Essen: Auberginen, Zucchinipfanne mit Salzkartoffeln, knapp bemessen, leider kein Nachschlag. Dazu Ouzo!


 


 

Monday, 26 May 2014

Ruhiger Segeltag


Am Abend wurde gekocht an Board der Sueno. Es gab Glasnudeln mit Hühnerfleisch und allerlei Gemüse. Sojasauce als ergänzende Würze. Sehr gut.

Wir blieben an Board und manchmal tröpfelte es und ein paar ziemlich starke Böen testen unseren Anker. Er hält. Dieser Bügelanker ist wirklich überzeugend. Bei fast jedem Ankeraufmannöver müssen wir einen ordentlichen Patzen Schlamm herunterkratzen. Das ist sehr beruhigend.

Heute hat mich Evi verlassen. Ich hab‘ mich gar nicht ausgekannt, als ich aufwachte. Wo ist sie? Über Bord gegangen? Von Schildkröten gefressen? Ganz friedlich schlummerte sie unter dem Sternenhimmel – so schien es. Sie war vor den Gelsen in der Kajüte aber vor allem vor meinem Schnarchen geflüchtet. Was natürlich nicht stimmt. Ich hab ihr noch eine Decke gebracht und bin wieder unter Deck verschwunden. Heute war sie dann den ganzen Tag müde.

Um acht Uhr lichten wir Anker und frühstücken bei langsamer Motorfahrt. Setzen dann die Genua und segeln ruhig dahin. Das Ziel haben wir geändert. Unser ursprüngliches war nur durch Kreuzen erreichbar und das wollten wir nicht.
 
 
Wir sind jetzt in Katakolon. Dem Ausgangspunkt für den Besuch der Stadt Olympia. Hier legen täglich zwei Kreuzfahrtschiffe an. Der Erste kommt um 11:30, der zweite um eins. Es stehen zirka 30 bis 40 große Busse auf dem riesigen Parkplatz. Die werden dann benötigt um die Besucher die 25 Kilometer zum Zeustempel zu karren. Ein so ein Riese ist gerade ausgelaufen als wir um die Ecke bogen und der zweite hat gewartet bis wir an der Mole festgemacht haben. Dann hat er sich mit einem lauten Tuuuuuuut verabschiedet. Jetzt ist es ruhig und friedlich nur die Vögel zwitschern. Ein paar Segelboote liegen mit uns hier am Kai. Morgen können wir beobachten was mit dem kleinen Städtchen passiert, wenn sich 6.000 Menschen darüber ergießen.
Wir haben uns ein Auto ausgeborgt und wollen morgen recht früh nach Olympia aufbrechen. Wenn wir schon da sind wollen wir das auch sehen.

Uns hat die Nachricht erreicht, dass Sandra und Helmut für den ganzen Freundeskreis überraschend geheiratet haben. Ihr Lieben, wir wünschen euch alles Gute und viel Harmonie in diesem neuen Abschnitt!
 
Und hier unser neues Lieblingsbier. "Fix". Ab jetzt kein Mythos mehr, das trinken nur die Touris, die Griechen trinken Fix. Wir trinken auch fix!
 

Sunday, 25 May 2014

Next time order less

Gestern Abend haben wir ganz schnell wieder einen Wirten unseres Vertrauens gefunden. Er hat uns nicht enttäuscht. Hier die Speisefolge:
Vorspeisen:
  • Auberginen mit Käse überbacken (die waren am besten)
  • Tsatsiki
  • Mixed salad
Hauptspeisen:
  • Stifado
  • Geschmortes Lamm
  • Garlic shrimps
  • Fried squid
Nachspeise keine mehr, wir waren satt und wollten kein Blatt. Als der Kellner abservieren wollte, lächelten wir ihn an und meinten "It was very good, but too much".
Seine kurze Antwort (mit einem Lächeln) :
"Next time, order less"
Ja, hatten wir so auch nicht gehört.
Nachdem wir noch zwei Ouzo und mit Honig gesüßten Raki bekamen, nehmen wir an, dass es ein Scherz war.




 
Heute haben wir uns entschlossen einen ganzen Tag Pause zu machen. Der Anker bleibt wo er ist und wir fahren mit dem Schlauchboot ans Land und machen einen ruhigen Tag.
In der früh bin ich ordentlich schwimmen gegangen. An Land haben die ganze Zeit Hunde gebellt und da wollte ich nicht laufen gehen. Also Schwimmbrille rauf und ab ins recht kühle Wasser, aber über 20 Grad. Und am Rückweg: Caretta Caretta, ich habe eine gesehen! Unter mir ist sie durch geschwommen. Ich hab' sie ein Stück begleitet bis sie sich umgedreht hat und mich angeschaut hat. Nachdem Evi gestern gesagt hat, dass sie aggressiv sind bin ich dann doch schnell davon geschwommen. Wer weiss wo die hin beisst. Leider habe ich kein Foto machen können.

 
Ja und hier sieht man die Ausbeute des Landausfluges von My und Jay: Eine Flasche Retsina. Eine "gefundene" Zitrone und ein Feigenblatt, das sie mir als Geschenk überreicht hat. Es ist sofort eine wilde Diskussion über die Größe dieses Blattes ausgebrochen, was dazu geführt hat, dass ich mich geweigert habe es zu tragen.
Heute wird an Board gekocht. Jetzt gerade pfeift der Wind mit 20 Knoten. Die Mädls wollen rausfahren. Wir nicht!