Sunday, 15 June 2014

Gratistag

Ordentlich wie wir sind ist Jürgen zur Port Police gepilgert. Die haben uns dann gesagt, dass es ein neues Gesetz gibt, wo man nix mehr zahlen muss, also zahlen wir nix. Eigentlich wussten wir das schon vor unserer Abreise und haben uns davor gefürchtet. Das neue Gesetzt sagt nämlich, dass jedes Schiff eine Jahresgebühr zahlen muss. Für uns wären das zirka 400 Euro gewesen. Davon wussten aber alle bisher nichts. Im Gegenteil sie haben das alte exekutiert. Jetzt haben wir das neue Gesetz und trotzdem nichts bezahlt. Als Draufgabe haben wir dann noch den Strom gratis bekommen.
Paroikia ist ein lauter Ort. Die Fähre legt hier an. Ich muss vor 30 Jahren hier gewesen sein, kann mich aber nicht erinnern.
Wir gehen durch die Stadt mit ihren engen Gassen und suchen uns am Hafen ein Lokal. Sehr nett und gut. Jürgen will auf jeden Fall süße undefinierbare Nachspeisengeschenke vermeiden - die Nachbarn haben sie bekommen - und fragt, ob wir nicht lieber einen Ouzo bekommen können. Sie bringt uns zwei Ouzo und einen Raki, zum kosten. Der schmeckt hier wie Grappa. Danach schlendern wir die Lokalmeile hinunter und schauen uns ein bisschen das Match Frankreich gegen Honduras an.
Und wieder sind sie da, die Glocken mit dem Schnürl dran, sehr verlockend.

Griechisch Orthodoxe Kirchen gibt's überall. Die sind sehr pompös. Hab' gleich ein paar Kerzerln angezündet.

Das hab ich noch nie gesehen. Eine Riesenschüssel mit Katzenfutter, daneben eine Spendenbox und viele Katzen.


Hafenkino gab's hier auch aber nicht so toll wir in Ios. Bei uns in der Marina haben eigentlich alle Manöver der ankommenden geklappt, unseres natürlich auch.

Saturday, 14 June 2014

STS Strand

Das war die "irgendwann bleib i dann durt" Bucht. Wenig Wind, wenig Tourismus, ein paar Segelboote und sonst nichts. Keine Tagesausflügler, ein paar Tavernen und ein Sandstrand. Wir haben einen ruhigen Pausetag eingelegt. Das war so richtig angenehm. Am Abend nett Essen gehen und tagsüber einfach das machen, was man so im Urlaub macht. Lesen, (ja,ja) schwimmen, tauchen, am Strand spazieren, die Anker der anderen abtauchen und bekritteln und so weiter. Gefischt habe ich auch. Vier Fische waren dran aber drei waren die grauslichen und einer war zu klein. Irgendwie ...
Sagt's einmal ihr blog lesenden Taucher, wie krieg ich meine Taucherbrille dazu, sich nicht zu beschlagen? Mir lauft das Ding immer an, wurscht was ich mach. Jetzt lass ich schon Wasser im Glas und wackel mit dem Kopf, damit der Dunst weggeht.
Hat vielleicht auch jemand Hochseefischen Erfahrung? Da könnte ich auch Tipps brauchen.
Mit mehr Berichten kann ich leider nicht aufwarten, es ist nix passiert. Aber morgen sind wir auf Paros, in Paroikia. Weiß einer der Mitreisenden von 1985 noch den Namen des Strandes, wo wir damals surfen waren?

Schon wieder eine Kirche mit den Schnürln zur Glocke bis zum Boden. Das juckt schon sehr, da zu bimmeln. Wir wissen leider noch nicht, ob das eine Bedeutung hat.
Die fette Yacht heißt "Billa" (wir wissen aber nicht ob Mr. Billa an Bord ist) und ist am späteren Abend gekommen. Sie hat die halbe Einfahrt der Bucht mit einer langen Leine abgesperrt unter dem Motto "alles meins".



Ein neues Bier, es heißt Nisos, dort wo wir noch hinfahren wollen.

Friday, 13 June 2014

Reisetag

Nach dem gestrigen Hallo war uns ein ruhiger Segeltag sehr willkommen. Das Laufen heute früh war ein bissi anstrengend. Um neun haben wir abgelegt Richtung Sifnos. 30 Seemeilen, guter Wind versprachen eine nette Überfahrt. So wars dann auch. Es gab zwar ein paar Überraschungen mit Düsenwirkungen, Leeeffekten und Verwirbelungen aber im großen und ganzen hatten wir herrliches Segelwetter. Nicht ganz aus der Nähe haben wir dann dieses moderne Segelmonster gesehen. Wir glauben, dass da alles auf Knopfdruck funktioniert.
Da kann man ein bisschen erahnen, dass es schön schief war.

Mittagessen: Bunter Bohneneintopf. Der zeigt auch jetzt noch Wirkung. Achja, dank der Nachfrage, wie es dem Basil geht. Er möchte sich derzeit lieber nicht zeigen, er scheint so eine Art Mauser zu haben. Vielleicht ein ander mal.

Das ist unsere heutige Ankerbucht. Eigentlich die morgige auch. Wir werden da bleiben.
Ich hatte heute Ziegenfleisch bestellt. Es war gut, aber ich bestell es mir nicht wieder.



Planänderung

Nachdem gestern so viel passiert ist, mache ich zum ersten Mal zwei Blogeinträge. (Mittlerweile weiß ich schon, wie man „zum ersten Mal“ schreibt, das schreibe ich anscheinend oft und öfter auch mal falsch, danke Rechtschreibprüfung).

Geplant war ein Abendessen in der Altstadt, die man in 20 Minuten zu Fuß auf einem steilen Pfad erreicht. Doch dann ging das Hafenkino so richtig los.

Zuerst waren noch zwei Fähren, die beim An- und Ablegen beobachtet werden mussten. Da entdecke ich dann noch immer neue Details.

Dann kam der Katamaran direkt neben uns. Ein griechischer Skipper, Ireen, ein weibliches Crewmitglied für Decksfrau- und Küchentätigkeiten, deren Nationalität wir bis zum Schluss nicht erraten und drei Passagiere. Tochter mit Ehemann und Mutter. Amerikaner auf Griechenlandurlaub. Sehr nette Plauderein mit den dreien. Sie sind drei Wochen unterwegs, äußerst ungewöhnlich für Amis. Der Skipper lässt den Tankwagen kommen und beginnt seinen rechten Tank zu füllen. Nachdem da immer ein bisschen was herumspritzt hat man eigentlich einen Fetzen bei der Hand um zu verhindern, dass Diesel ins Meer kommt. Nicht so Stavros er plätschert lustig vor sich hin und eine Lacke Diesel ergießt sich in das Blitzblaue Meer. Er beeilt sich Ireen zu rufen, die anscheinend schon weiß was passiert ist und eine Flasche Spüli mitbringt. Das wird dann mit großem Schwung dem Diesel hinterher geschüttet. Das habe ich auch noch nicht gesehen. Stimmt, Pril löst Fett, aber dass es auch Diesel löst ist mir neu. Es funktioniert, man sieht den Diesel plötzlich nicht mehr. Jürgen und ich schauen uns an, da hat jetzt tatsächlich einer den Teufel mit dem Beelzebub ausgetrieben. Beim linken Tank dasselbe Trauerspiel gefolgt davon, dass der Tankwart den Schlauch in die Hand nimmt und die Pippe beim Übernehmen sich umdreht und noch ein Achterl ins Meer gießt. Das wäre dem Niki Lauda nicht passiert.

Als wir mit den Amis plaudern kommt das nächste Schiff, der Erste „one hander“ den ich sehe. Ein Franzose, der weder griechisch noch englisch spricht macht ein sicheres Hafenmanöver und legt ohne Probleme an. Er ist schon älter und humpelt. Das erklärt er auch als Ausrede, als in die Port Police fragt, ob er schon seine Papiere gemacht hat. Bevor die nochmal Fragen, ist er dann wieder weg.

Weiter geht’s: Eine spanische Crew. Erster Versuch misslungen, zweiter Versuch, da kommt jetzt eine österreichische Crew dazwischen, wird schwierig. Alle schaun schon zu. Der Anker fällt viel zu spät, der Skipper merkt es nicht. Der Ankergänger schaut hilflos nach hinten zu seinem Skipper. Der ist mit anlegen beschäftigt. Er fällt selbst eine Entscheidung. Die ganze Kette nachschießen. Mit einem rauschen Fallen 30 Meter Kette auf den Meeresboden, das muss ein schöner Haufen gewesen sein. Jürgen hilft beim Anlegen. Ein Crewmitglied will, dass Jürgen dass Boot an die Mole zieht, statt dass der Skipper den Retourgang einlegt. Jetzt sind alle an der Mole. Die Ersten Ratschläge folgen. Jürgen macht schon den Mund auf. Ich schaue ihn an, lache und frage schnippisch: „Na los, sag’s ihm, sag ihm wie er’s machen muss“. Mir liegt auf der Zunge, dass ich dem Skipper anbiete das Manöver für ihn zu fahren. Wir halten uns zurück, wir wissen wie unangenehm das ist. Der Skipper hat mittlerweile erkannt, dass er mit dem Anker was tun muss. Inzwischen hat das gecharterte Boot mit den neun Niederösterreichern aus St. Valentin angelegt. Alle um die oder kurz vor 30. Lustig Leute. Ein guter Zeitpunkt ein paar von unseren Geschenksbaillonis los zu werden. Sie bedanken sich mit Fix, unserem Lieblingsbier, wir bedanken uns mit Mythos, ihrem Lieblingsbier. Schön langsam wird es lustiger am Steg. Stavros brüllt zum Spanier: "your anker is not in. Go out again an do it again“ Na das lasst sich doch kein Skipper sagen. Sie holen den Anker weiter dicht und nach nur drei Metern baumelt er tatsächlich am Bug, kein Anker. Als nächste Premiere haben wir dann beobachtet, wie die Spanier mit dem Beiboot den Anker und 20 Meter Kette versuchten auszubringen. Dass ihr Außenborder nicht funktionierte und sie von den Österreichern in einem gewagten Manöver den geliehenen Motor montierten war dann schon fast zu viel. Am Ende sind sie vier Meter gerudert und haben alles, was im Dingi war ins Meer geschmissen. Der österreichische Skipper, der seinen Anker ordentlich eingefahren hatte, bot ihnen an eine Leine am Bug zu setzen, eine Brustleine. Das half. Nachdem sich die Österreicher bei uns mit einem Bier bedankt haben, kam eine große Motoryacht und versuchte anzulegen. Darauf hätte ich gewettet, dass das problemlos abläuft. Weit gefehlt. Erst im vierten Anmarsch hat es geklappt. Auch das muss am Steg diskutiert werden. Selbst der spanische Skipper mischte sich ein und hatte ein paar Tipps auf Lager. Er musste an den staunenden Blicken der zirka 20 Schaulustigen gemerkt haben, dass er selber noch Verbesserungspotenzial hat.

Als Abschluss des Oskar verdächtigen Hafenkinos kam noch ein Kat. Ganz alleine versuchte der Skipper anzulegen. Nur einer auf einem großen Kat? Komisch. An Land waren schnell helfende Hände da und das Manöver gelang rasch und problemlos. Kaum war der Kat fest, ging die große Salon Tür auf und drei Personen gingen an Deck und die Lage zu erkunden. Unglaublich. Der Skipper ist wie ein Wiesel vom Anker zur Brücke ans Heck, hin und her gerannt und keiner hat ihm geholfen.

Nachdem wir uns bei den Österreichern mit einem Bier bedankt haben, haben wir gemerkt, dass wir die Kalorien, die wir für das Abendessen eingeplant hatten, bereits getrunken haben. Wir wollten den steilen Berg jetzt auch nicht mehr hinauf gehen und blieben daheim. Es hat nicht lange gedauert und wir waren beide in unseren Kojen und schliefen unseren Rausch aus! Da habt’s as endlich, ein Rausch!

Thursday, 12 June 2014

Spektakel

Keine Hunde gibt's hier. Das erleichtert das Laufen sehr und wir brauchen unsere "Der tuat nix" Stöcke nicht. Früh sind wir auf und gehen um 1/2 8 schon auf die Runde. In die Stadt hinauf geht's recht steil, da schnauft man ein bisschen.
Eine Wäscherei entdecke ich, der bring ich nachher die Wäsch'.
Und dann geht's zum ersten Mal los heute mit dem Hafenkino im X-Large Format. Neben uns der Katamaran, eine Lagoon 50 muss ablegen, das weiß er eh' nur seine Gäste nicht. Die kommen reichlich spät daher getingelt und er war schon ein bissi nervös. Er kennt sein Schiff und manövriert elegant bei starkem Seitenwind den Kat aus dem Hafen. Er lag in der am Kai mit gelb markierten Zone. Die endet bei uns, genau bei uns. Und das heißt, dass der High Speed Express auch hier endet, genau bei uns.
Und so geht's da zu: Es ist alles verträumt, wenig Leute am Hafen. Die beiden Hafen Cafés vis a vis sind leer. Zwei ältere Touristen mit ihren Rollkoffern setzen sich auf einen Poller. Dann wird es langsam lebhafter. Taxis bringen Gäste, die mit der Fähre mit wollen. Die Cafés füllen sich mit denen, die noch schnell einen Abschiedstrunk nehmen wollen. Plötzlich sind sie voll. Jetzt kommt die Portpolice. Man hört sie schon von weitem. Sie verscheuchen alle Autofahrer von den markierten Parkplätzen mit ihren Pfeifchen. Jetzt kommt der Mann, der der Fähre beim anlegen hilft. Wir kennen ihn schon, er hat uns auch geholfen und von uns den zweiten Bailloni bekommen. Drein geschaut hat er als ob ihm ein fünfer lieber gewesen wäre. Die Fähre kommt in 5 Minuten und man sieht sie schon. Kurz bevor sie anlegt kommt leben in den Hafen. Die Cafégäste springen alle gleichzeitig auf und wollen zahlen. Der Kellner kennt das schon und bleibt ruhig. Jetzt kommen die Hotelvermieter mit ihren Schildern. Sie schlendern noch ruhig alle auf die selbe Stelle über der Straße zu. Auf der anderen Seite dürfen sie nicht stehen, da passt die Polizei auf. Und dann geht es Schlag auf Schlag. Ich weiß gar nicht wo ich zuerst hinschauen soll. Der Anker fällt, die Anlegegehilfen schmeißen die Wurfleinen an Land, die Autos starten und wollen schon in die Fähre fahren. Die ersten Gäste verlassen diese bereits. Die Hotelvermieter beginnen wie auf Kommando alle gleichzeitig zu schreien. Ich versteh sie nicht. Manche, die die Fähre verlassen haben den "ich suche mein reserviertes Hotel" Blick drauf. Die sind uninteressant. Die suchen auch länger. Manche haben den "ich lebe hier" Blick, die interessieren gar nicht. Aber ein paar kommen mit dem "wir suchen ein Zimmer" Blick. Und den kennen die genau. Sie stürzen sich zu dritt, zu viert auf die armen Touristen. Es gilt nicht das recht des Ersten. Andere werfen sich dazwischen und Preisen ihre Zimmer mit Schautafeln und vielen Bildern an. Die Gäste entscheiden sich und es wird Ausschau nach den nächsten gehalten. Sehr geschäftstüchtig und auch nicht unangenehm aufdringlich.

Währenddessen sind die abfahrenden schon eingestiegen. Die Leinen werden losgeworfen und die Rampe eingeklappt. Noch eine große Welle, das laute rumpeln des Ankers wenn er in seiner Vorrichtung einrastet und dann ist es still. Alle sind weg. Die Polizisten, die Zimmervermieter, die Fähre und die Gäste. Nur der Leinenjunge ist noch da, er ist immer da.
Und das ganze Spektakel gibt's gleich vier bis fünfmal am Tag. Herrlich!
Dann kommt pünktlich um 12 der Seajet, der der gleich bei uns anlegt. Er macht einen Höllenlärm und stinkt auch so. Er rückt uns näher und näher bis wir uns denken, sieht der uns auch?
Der Kapitän ist ein Profi, zwei Meter vor uns macht er halt. Wir haben trotzdem unseren Motor gestartet, man weiß ja nie.

Am Schulhof wird gespielt. Die Kinder bekommen jeder einen Luftballon an ein Bein gebunden. Mit dem anderen Bein versuchen sie den Luftballon der anderen zu zerplatzen. Zirka 30 Kinder spielen das gleichzeitig. Auch ein Spektakel. Nikos gewinnt. Nikos gewinnt immer!

Am Weg in die obere Stadt knipse ich noch ein paar blau-weiße Eindrücke.



In dieser Kiste sind ungefähr 200 Angelhaken mit lauter Kuddelmuddel Schnürln dran. Jippie, der sitzt noch lange.



Der Polizist beim verscheuchen der Falschparker. Immer ohne Hektik. Nur mit dem Pfeifferl werden die Sünder herbeigerufen, die dann mit gesenktem Kopf und einer Ausrede (ich glaube es gibt 10 Standardausreden und man würfelt vorher, welche man heute nimmt) ihre Autos verholen.


Das ist Gyros, der Hafenjunge, der die Leinen fängt. Neben ihm steht Pita, der Gemeindearbeiter. Wir haben ihn beim Mistkübelausleeren, beim zusammen kehren und beim Ankunftshaus malen gesehen. 

Und das ist Souflaki, der Chef. So muss ein Kapitän schauen, wenn er angelegt hat. Jürgen schaut mich an und meint: "Gell, du wärst jetzt gern da oben" Ja, stimmt.

Hier sehen wir noch Sousana bei ihren - in diesem Fall nicht erfolgreichen, weil zu teuer - Verhandlungen.

Vertrauen aufbauen durch Körperkontakt führt bei diesen Suchenden zum gewünschten Effekt.

Wie gesagt, so nah hat's gar nicht sein müssen.

Wednesday, 11 June 2014

Inselhüpfen

Die Wetterdaten hätten eigentlich 15 Knoten Wind versprochen. Damit wären wir ganz flott in Ios gewesen. Dem war aber nicht so. Am Anfang waren wir zu nah unter Land und die Winde waren böig und haben gedreht. Dann haben wir uns für einen 2sm Umweg entschieden um nicht in der Lee Seit einer Insel vorbeizufahren. Hat auch nicht viel geholfen. Eine Stunde mussten wir sogar motoren. Dann kam Ios in Sicht. Vier Segler und ein Katamaran vor uns auch mit Peilung Ios. Dann noch eine große Motoryacht. Das wird eng. Laut Plan gibt's nicht viel Platz. Der dicke da ist gerade aus Ios gekommen und hat uns gezeigt was PS sind.

In Ios beim Anlegen wieder Hafenkino erster Güte. Ich habe angelegt. Buganker mit dem Heck zur Mole, ganz schöner Seitenwind. Standardmanöver bei dem man auch den Nachbarn ein bisschen berührt. Das macht aber nix, es sind ja Fender da. Kaum haben wir unsere deutschen Nachbarn das erste Mal zärtlich gestreichelt kamen sie schon, die Belehrungen. Das Liebe ich sehr. Wir sollen doch noch ein bisschen rüber und nicht so nach und was weiß ich. Wir haben unser Manöver fertig gefahren, ein "Guten Tag" Bier geöffnet und uns das treiben an der Mole angeschaut. Das Bier war schon leer als unsere Nachbarn noch immer irgendwelche Schnürln montierten, zogen und diskutierten.
Am Nachbarboot gings auch rund. Da gabs ein Problem im Maschinenraum mit dem Diesel. Sie haben mit Fetzen den dreckigen Diesel aufgetunkt und in einen Kanister gefüllt. Jetzt am Steg habe sie den Diesel in Flaschen umgefüllt und dabei ordentlich Mist gemacht. Erst als sie dann den Kanister verkehrt zum restentlehren aufgestellt haben ist es dem Lokalbesitzer vis a vis zu bunt geworden und hat ordentlich mit ihnen geschimpft. Recht hat er.


Ja und dann gab's auch wieder Fährverkehr. Ein richtiges durcheinander. Schreiende Griechen, die um Kunden werben, knarrende Seile die das Riesenschiff halten müssen und Lastwagenfahrer, die auf 2 cm ihre Trucks in die Fähren bugsieren.
Das da ist übrigens unser Logbuch. Da schreiben wir brav rein, wenn wir ablegen, Segel setzen, unter Motor fahren, wie das Wetter ist, den Logestand und noch vieles mehr.

Heute bleiben wir in Ios. Wir liegen zwar genau dort wo der Katamaran anlegt und der wird uns ordentlich zusammenbeuteln aber sonst ist es sehr schön hier. Ich mache ein paar nette richtig griechische Fotos.

Tuesday, 10 June 2014

Ruhiger Segeltag


Gemütlich gehen wir den Tag an. Laufen, Frühstücken, Fähre schaun. Wir wollen Richtung Ios. Je nach Wind werden wir aber auf einer der Inseln am Weg Stop machen, wenn es zu spät wird.

Zuerst kreuzen wir gegen den Wind mit Grossschifffahrtgegenverkehr (cooles Wort). Dann nahe an den Küsten zwischen den Inseln durch. Der Wind ist eher wenig und wir entscheiden uns für die Insel Folegandros. Wir segeln so dahin, kochen Risotto und kommen zum Sunset in der Bucht an. Ein Katamaran, den wir gestern in Adhamas gesehen haben liegt schon dort. Später kommt noch ein Segler, der hinter uns den Anker wirft. Sonst gibt’s von diesem ruhigen Tag nicht viel zu berichten, aja, Delfine haben wir in einiger Entfernung gesehen. Die Angel habe ich wieder hinten nachgezogen aber ich glaube, das ist nicht mehr als Köder baden. Heute geht es weiter nach Ios.

Sunset sailing in greece

Das ist unsere Ankerbucht am nächsten Morgen. Next Stop Ios

 

Monday, 9 June 2014

Touristentag

Am Morgen waren sie immer noch da, unsere Nachbarn, die Russen. Kein Muh, kein Mäh, kein guten Morgen, na dann nicht. Sehr unüblich unter Seglern. Normalerweise gibt es immer ein paar freundliche Sätze, ein Gruß, wohin geht’s?, woher kommt ihr, habt ihr einen Tipp?

Später wurden wir dann noch von der zweiten Großmacht eingekreist. Links Russland, rechts USA und klein Österreich dazwischen. Wir haben den Amis aber nichts davon gesagt, dass hier der Feind liegt. Die hätten fast ihren Anker über unseren geschmissen, aber nur fast. Beim abtauchen habe ich dann festgestellt, dass Russland den längsten hat. Vor Österreich und abgeschlagen USA. Anker natürlich.

Nach morgendlichem Sportprogramm, bei dem Jürgen unseren Wirten des Vertrauens entdeckte,( Er schaut immer ob etwas vom tripadviser ausgezeichnet ist. Der hat 4,5 von 5 möglichen Punkten. Da gehen wir hin.) genossen wir Hafenkino. Anlegemanöver von ungeübten, dazu die Ratschläge von den Besserwissern am Steg. Ein alter Mann spleisst hingebungsvoll ein Auge in ein Tau für sein Dingi. Er hat eine Glitzerkappe auf, eine nicht angezündete Zigarre im Mund und so sitzt er am Steg und arbeitet mit seinem Marlspieker.

Hunger treibt uns zum Pitastand. Schnell bestellt ohne zu schauen. Oje, wir sind die ersten Kunden heute. Der Spiess dreht sich zwar, aber er ist noch kalt, das Öl für die Pommes auch, deshalb ab in die Mikro mit den Pommes. Es dauert auch recht lange bis alles warm ist. Die Wirtin unterhält uns derweil mit ihrem Gesang. Der ist inkludiert in den zwei Euro.
Dann findet Jürgen endlich eine Chandlery bei der es eine lang gesuchte Nietenzange gibt. Hier ist sie:
Wir schlendern durch die Stadt, skypen, bloggen und Jürgen geht noch zur Port Police, das steht auch auf dem Gebäude drauf. „Port Police“. Wir finden es nicht sofort und fragen eine Dame. „Port Police? Where?“ Sie schaut uns an wie Marsmännchen. Wir sind keine 20 Meter entfernt, sie hat keine Ahnung wovon wir reden. Wir ziehen ohne Auskunft von dannen.

Den Hafenkapitän überlasse ich Jürgen. Ein kleines stickiges Büro lädt nicht zum Verweilen. Sehr amüsiert kommt Jürgen zurück. Er erklärt mir die komplizierte Formel zur Berechnung der Hafengebühr. 9,18 Euro kommt dann raus. Das muss muss mit der Anzahl der Tage multipliziert werden. „How long you stay?“ J: „Only one day“. „Ok“ sagt der Capitano und tippt in seinen Taschenrechner: 1 mal 9,18 ein. Das Ergebnis: 9,18.


Natürlich renne (oder gehe sehr schnell) ich jedes Mal zur Mole, wenn eine Fähre kommt. Das ist immer ein Spektakel. Es gibt grosse Fähren mit kleinen Autos drauf. Kleine Fähren mit großen Autos, schnelle Fähren ohne Autos, für jeden Geschmack etwas dabei.

So vergeht der Tag rasch und wir machen uns auf zu unserem Wirten. Volltreffer. Nur lokale Küche, die Kellnerin empfiehlt uns die frischesten Sachen. Rote Rüben und gebackenen Käse als Vorspeise, dann einen Schweineintopf Kleftiko und für mich gab‘s auch ein Schwein mit Ebli. Das war vielleicht lecker. Hauswein in weiß gehalten dazu und Blick aufs Meer. Was will man mehr?
Hier noch ein Rezept. Davon gibt es einige. Kostenlos als Postkarte im Lokal. Gute, nette Idee. Falls es jemand nachkochen möchte, bitte bald melden. Wir bringen dann die 5 Kilo einjährige Ziege mit.
Als Nachspeise, Geschenk des Hauses gab's eine undefinierbare weiße Pampe auf einem Löffel, ur süß in einem Glas Wasser. Wir wissen nicht genau was das war. Es hat uns gar nicht geschmeckt, ich hab mich aber nicht getraut es nicht zu essen.


Am Heimweg haben wir dann noch mein Traumschiff entdeckt. Ich überlege noch den Kauf und verhandle mit dem Besitzer. Vielleicht wird es was. Ich hoffe es ist nicht zu eng für mich und mein Schatzi.
Und jetzt zu Matthias Anfrage.
Wir haben uns viel Zeit genommen. Berechnet und studiert. Theorien entwickelt und philosophiert. Alle Theorien wurden durch Berechnungen widerlegt. Es blieb nur eine Lösung. Du hast es schon vermutet, es ist das Gewicht. Lösung: stärkere Speichen, ca 2cm

Sunday, 8 June 2014

Ein langer Tag

Um sechs war der Wecker gestellt doch irgendwie wollte der nicht. Um sieben haben wir dann Anker gelichtet. Zum Abschied hat sich Apollo, so haben wir die große Careta getauft noch einmal gezeigt und mit der Flosse Baba gewunken. Bei Morgenlicht sind wir an Monemvasi vorbeigefahren. Leider unter Motor, noch kein Wind.

Die Strecke beträgt laut Seekarte 65 Meilen. Wenn alles gut geht sind wir um 18 Uhr auf der Insel Milos, in Adhamas. Beim nachmessen waren es dann doch 71 und gefahren sind wir 88. Strömung und ein bisschen kreuzen haben den Tag verlängert. Um 23 Uhr tragen wir ins Logbuch ein: Vor Anker in Adhamas. Das war auch eine Premiere. Bei Nacht mit dem Anker anlegen. Nachdem die Stadt aber gut beleuchtet ist funktioniert alles bestens. Ein bisschen geärgert haben wir uns über unsere Nachbarn. Die haben keinen Finger gerührt als wir kamen und halfen nicht beim Anlegen. Wir rästeln über die Nationalität, wer macht so was? Es sind Russen.
Hier das Mittagessen. Krautfleisch mit Salzkartoffeln. Schön serviert. Ich muss mittlerweile auch das Müsli in der Früh garnieren, das Auge isst mit.

Das ist übrigens der Ausblick, wenn wir in der Küche stehen um zu kochen, Frühstück zu machen oder abzuwaschen. Da macht Küchenarbeit gleich mehr Spaß.

Und jetzt sind wir angekommen, im Griechenland wie ich es vor 20, Mist es sind schon fast 30 Jahren kenne. Weiße Häuser, blaue Kuppeln und Fenster, das Dorf an einem Hang gelegen. Viel touristischer ist es hier. Ein paar, die vor 20 Jahren hier waren sind noch immer da. Sie haben auch noch dieselben Sachen an wie damals. Griechenland verlockt zum Bleiben.
Der reichste Mann im Ort ist übrigens der, der weiße Farbe verkauft, der zweitreichste der mit der blauen und der drittreichste verkauft griechische Flaggen, die wehen überall.